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Stellungnahme des Präsidiums und des Vorsitzenden der Impfkommission der ÖGKJ in Bezug auf die HPV-Impfung
Im Jahr 2007 wurden in Österreich sechs Fälle von unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen mit Gardasil® gemeldet; außerdem ist ein Todesfall (aus Presseberichten) bekannt geworden. Nach derzeitigem Stand des Wissens ist allerdings ein unerwarteter Todesfall 3 Wochen nach einer Impfung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung zu sehen. Jedenfalls liegt der gerichtsmedizinische Bericht zu diesem Todesfall bereits der Staatsanwaltschaft vor und es ist in Kürze mit einer offiziellen Stellungnahme zu rechnen.

Unter den anderen sechs Meldungen ist ein Fall mit einer neurologischen MS-ähnlichen Herdsymptomatik drei Wochen nach der 2. Teilimpfung. Es handelt sich dabei um ein Krankheitsbild, dessen Ursache meist nicht geklärt werden kann und wo vereinzelte Fälle extrem selten nach nicht näher geklärten Infektionen und auch nach verschiedenen Impfungen beschrieben worden sind.

Alle anderen Meldungen betreffen nicht schwerwiegende Gesundheitsstörungen, sondern vorübergehende Befindlichkeitsstörungen oder zusätzliche Infektionserkrankungen.

Bei weltweit 22 Millionen verimpften Dosen haben derzeit weder die EMEA noch die FDA schwerwiegende gesundheitsschädliche Wirkungen der HPV Impfung festgestellt. Ungeachtet dessen werden natürlich auffällige unerwünschte Nebenwirkungen weiter monitorisiert, um gegebenenfalls ein auffälliges Muster feststellen zu können, was bisher nicht der Fall war.

Auch die internationale Pharmakovigilanzübersicht gibt bisher keinen Hinweis auf schwerwiegende unerwünschte Nebenwirkungen nach der HPV Impfung.

Ohne den ausständigen Untersuchungsergebnissen vorgreifen zu wollen sehen die Mitglieder des Präsidiums und der Vorsitzende des Impfausschusses der ÖGKJ derzeit keine Änderung in der Nutzen-Risiko Bewertung der HPV Impfung.


Stand vom 18. Jänner 2008



Prim. Univ. Prof. Dr. Wilhelm Kaulfersch
Präsident der ÖGKJ

Prim. Univ. Prof. Dr. Klaus Schmitt
Vizepräsident der ÖGKJ

Prim. Univ. Prof. Dr. Reinhold Kerbl
1. Sekretär der ÖGKJ

Univ. Prof. Dr. Ingomar Mutz
Vorsitzender der Impfkommission der ÖGKJ


>Stellungnahme_HPV_Impfung.pdf  8.9 kB
Erstellt am 18.1.2008 | Zuletzt bearbeitet am 27.12.2011