Konsensuspapier der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), Arbeitsgruppe Pädiatrische Kardiologie, freigegeben zur Publikation im Jänner 2003 Für die Arbeitsgruppe: Ulrike Salzer-Muhar Pädiatrische Kardiologie/ Univ.-Klinik f. Kinder-und Jugendheilkunde, AKH-Wien.
Beurteilung der Grade der Behinderung bei angeborenen Herzfehlern und anderen kindlichen Herzerkrankungen. Behinderung unter 50%:- Patienten mit Herzfehlern, die keine operative Korrektur benötigen oder bei denen in Zukunft ein elektiver Eingriff zu erwarten ist.
- Patienten mit operierten Herzfehlern ohne oder mit hämodynamisch unwesentlichen Restdefekten (Restshunt, Reststenose, geringe Zyanose). Dazu zählen Shunts unter einem Qp von 1,5 bei Ventrikel- und Vorhofseptumdefekt und Restgradienten unter 50 mmHg bei Pulmonalstenose und unter 60 mm Hg bei Aortenstenose.
- Alle Schrittmacherpatienten mit/ohne Operation eines begleitenden Herzfehlers ohne sonstige Problematik.
- Patienten mit anfallsweise auftretenden Herzrhythmusstörungen, auch unter Therapie, bei denen keine Beeinträchtigung der Herzfunktion vorliegt.
- Patienten mit Zustand nach entzündlichen Herzerkrankungen bzw. mit Zustand nach Herzinfarkt ohne hämodynamische Beeinträchtigung.
Behinderung über 50%:- Patienten mit Herzfehlern mit Problemen wie ausgeprägter Zyanose, kardialer Dekompensation, ohne baldige Operationsaussicht und unter medikamentöser Dauertherapie.
- Patienten mit operierten Herzfehlern und hämodynamisch signifikanten Restdefekten (Shunts mit einem Qp über 1,5, Restgradienten über 50 bzw. 60 mmHg bei Pulmonal- bzw. Aortenstenose) und chronischer kardialer Dekompensation unter medikamentöser Dauertherapie.
- Patienten nach Fontanoperation, außer sie sind völlig medikamentenfrei.
- Alle Patienten mit künstlichen Herzklappen mit Antikoagulation, mit/ohne residuellen Defekten, mit/ohne medikamentöser Dauertherapie.
- Patienten mit Herzschrittmachern aber auch mit hämodynamisch wirksamen residuellen Defekten nach einer Operation.
- Patienten mit inoperablen Herzfehlern mit und ohne Zyanose oder mit fixierter pulmonaler Hypertonie unter medikamentöser Therapie.
- Patienten mit chronischer Kardiomyopathie verschiedener Ursache unter medikamentöser Dauertherapie. Patienten mit Zustand nach Herzinfarkt, klinischen Symptomen und EKG- bzw. Koronarveränderungen.
- Patienten auf der Warteliste für Herztransplantation oder Herzlungentransplantation sowie immunsuppressiver Therapie nach Transplantation.
- Patienten mit tachykarden ventrikulären Rhythmusstörungen unter medikamentöser Therapie bzw. Patienten nach Implantation eines Kardioverter-Defibrillators.
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