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Presseaussendung zur 48 JT "In die Wiege gelegt"
Presseinfo

„In die Wiege gelegt“ ist Generalthema des größten Pädiaterkongresses Österreichs in Linz – Kinder- und Jugendfachärzte betonen: Immer bessere Heilungschancen bei angeborenen Erkrankungen und Fehlbildungen, Gesundheit von Kindern jedoch zunehmend durch Lebensstil, Umwelt sowie mangelnde, leistbare Therapieangebote gefährdet.


Linz, 29.09.2010 - "In die Wiege gelegt" ist das Thema des diesjährigen größten Pädiaterkongresses Österreichs, der als 48. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde nach 11 Jahren erstmals wieder in Linz - in der Zeit vom 30. September bis 2. Oktober - veranstaltet wird. In zahlreichen Vorträgen, Seminaren, Arbeitskreisen und Workshops setzen sich Experten der Kinder- und Jugendheilkunde mit den Fortschritten in Diagnose und Therapie angeborener Erkrankungen und Fehlbildungen auseinander. Im Bereich der Klinischen Genetik etwa ist eine ständig zunehmende Zahl von Erkrankungen, wie beispielsweise familiäre Darmtumore oder degenerative Hirnerkrankungen derart erforscht, dass dieses Wissen für pädiatrische Untersuchungen und Behandlungen genetischer Störungen genutzt werden kann. Die Jahrestagung soll auch im Bereich der Perinatalchirurgie dem Erfahrungsaustausch und der Fortbildung dienen. Viele angeborene Fehlbildungen können heute durch ein Expertenteam von Pädiatern, Kinder- Chirurgen und Kinder-Anästhesisten durch eine einzige Operation korrigiert werden. Zum Teil erfolgen korrigierende Eingriffe bereits vor der Geburt des Säuglings und ermöglichen so seine Lebensfähigkeit. Gleichzeitig mit den Fortschritten in den immer detaillierteren genetischen Diagnoseverfahren steigt auch die Voraussagbarkeit genetischer Störungen. Diese frühzeitige Erfassung genetischer Anomalien birgt auch das ethische Problem der Entscheidung zwischen lebenswert und lebensfähig in sich und wird während des Kongresses Gegenstand mehrerer Diskussionsrunden sein. Sowohl in der Klinischen Genetik als auch in der Perinatalchirurgie spielt daher die Humangenetische Beratung eine entscheidende Rolle, da die Betroffenen hier über Diagnose, Krankheitsverlauf, Therapiemöglichkeiten und Erbrisiko aufgeklärt werden.
Neben den angeborenen Erkrankungen und Fehlbildungen werden unseren Kindern und Jugendlichen aber auch durch ihre soziale Herkunft und Umwelt gesundheitsgefährdende Lebensumstände "in die Wiege gelegt". Die Jahrestagung setzt sich daher in einem zweiten großen, sozialpädiatrischen Themenblock mit den chronischen Erkrankungen, Verhaltens und Entwicklungsstörungen und Suchterkrankungen auseinander, die in den letzten Jahren in Österreich besorgniserregend zugenommen und altbekannte Kinderkrankheiten weitestgehend verdrängt haben.
In diesem Zusammenhang fordert der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, Primar Univ.-Prof. Dr. Klaus Schmitt, einmal mehr auch für österreichische Kinder und Jugendliche mit körperlichen und mentalen Beeinträchtigungen die noch immer fehlenden, kostenlosen Angebote für Ergo-, Physio-, Logo- und Psychotherapien.

>PA_48_OEGKJ_Jahrestagung_In_die_Wiege_gelegt_Linz_September2010.pdf  190.5 kB
Erstellt am 25.9.2010 | Zuletzt bearbeitet am 26.11.2010