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ÖGKJ kämpft für rauchfreie Gesellschaft, 11.11.2010
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Kinderärzte für rauchfreie Gesellschaft

Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
warnt: Kinder und Jugendliche rauchen weiter, solange Rauchen in der Öffentlichkeit erlaubt ist, solange Erwachsene kein positives Vorbild sind und solange die Einsicht fehlt, wie gefährlich das Rauchen tatsächlich ist.


Die meisten rauchenden Erwachsenen haben bereits in der frühen Jugend mit dem Rauchen begonnen, in Europa probieren Kinder und Jugendliche zwischen ihrem 10. und 14. Lebensjahr ihre erste Zigarette. Während in anderen Ländern, etwa Schottland, Türkei, Griechenland, Italien, Bayern, auch Spanien ab 1.1.2011, mittlerweile rigoros gegen den Tabakkonsum vorgegangen wird und das Rauchen in der Öffentlichkeit deutlich eingeschränkt wurde, steigt in Österreich die Zahl rauchender Jugendlicher mangels entsprechender Gegenmaßnahmen jährlich an.


Aufklärung und Beratung der Eltern in pädiatrischer Umgebung

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde setzt daher künftig verstärkt auf Interventionen bei Eltern während eines Arztbesuches mit ihrem Kind. Eltern werden über ihren persönlichen Tabakkonsum befragt und auf die enorme Bedeutung der Vorbildwirkung für ihre Kinder hingewiesen. Diese Beratungen für Eltern zum Thema Rauchstopp in pädiatrischer Umgebung sollen rauchende Eltern dazu bringen, selbst mit dem Rauchen aufzuhören bzw. alle Eltern über die kurz- und längerfristigen Auswirkungen der Sucht aufklären. Eine wichtige Voraussetzung, damit Kinder und Jugendliche nicht mit dem Rauchen beginnen, ist diese Einsicht der Eltern und der Gesellschaft in die gesundheitlichen Gefahren des Tabakkonsums und des Passivrauchens. Daher werden Kinderärztinnen und Kinderärzte künftig verstärkt das Thema während der Sprechstunden ansprechen und Eltern bzw. betroffenen Jugendlichen konkrete Hilfe beim Ausstieg aus der Tabaksucht anbieten. Eine von der ÖGKJ herausgegebene Broschüre „Rauchen macht krank“ unterstützt zudem mit entsprechenden Argumenten (= ÖGKJ-Homepage

www.docs4you.at, Ratgeber für Eltern).


Absolutes Rauchverbot in den Schulen, in allen Lokalen, Behörden, auf öffentlichen Plätzen und auch beim Autofahren

Dieses wiederholt von der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und
Jugendheilkunde geforderte Verbot wurde bereits vor fünf Jahren auch von 13-15-jährigen Jugendlichen selbst während eines in Salzburg durchgeführten Präventionsprojektes zum Thema Rauchen angesprochen (= dreijährige Studie an Salzburger Kindern und Jugendlichen von Primar Univ.-Prof. Dr. Josef Riedler, Kardinal Schwarzenberg`sches Krankenhaus, Abteilung für Kinder und Jugendliche). Jugendliche sehen demnach in einem absoluten öffentlichen Rauchverbot die Chance, erst gar nicht mit dem Rauchen zu beginnen. Dass ein öffentliches Rauchverbot tatsächlich Wirkung hat, zeigen Maßnahmen in anderen Ländern (etwa USA, Chile, etc.): Dort konnte durch ein allgemeines Rauchverbot zum Beispiel in der
Gastronomie der Tabakkonsum bei Pflichtschülern stark reduziert werden. Das Rauchen in einem Fahrzeug in Anwesenheit von Kindern gleicht einem Akt von Kindesmisshandlung, denn das Anzünden einer Zigarette im Auto führt erwiesenermaßen zu alarmierenden Feinstaubwerten.

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde weist ausdrücklich darauf hin, dass aus medizinischer Sicht die derzeit in Österreich geltende gesetzliche Regelung des Tabakkonsums im Sinne einer Tabakprävention für Jugendliche und im Sinne des Gesundheitsschutzes von Nichtrauchern keineswegs ausreichend ist und fordert einmal mehr ein absolutes Rauchverbot in der Öffentlichkeit.




Das Präsidium der
Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)


ÖGKJ-Präsident Primar Univ.-Prof. Dr. Klaus Schmitt

ÖGKJ-Vizepräsident Primar Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Kaulfersch

Erster Sekretär OA Dr. Rudolf Schwarz

Zweiter Sekretär Primar Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl

Referent für Berufsfragen MR Dr. Dietmar Baumgartner

Kassenführer Dr. Ernst Wenger +

Univ.-Prof. Dr. Josef Riedler, Leiter der ÖGKJ-Arbeitsgruppe Pneumologie und Allergologie


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Für Rückfragen:
Mag. Claudia Fabisch
Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Geschäftsstelle für Öffentlichkeitsarbeit und Standesführung
Auenbruggerplatz 34/I, A-8036 Graz
Tel.: +43 (0) 316/385-12061, Fax: +43 (0) 316/385-13300
E-Mail:
claudia.fabisch@klinikum-graz.at
Internet: www.docs4you.at


Erstellt am 13.11.2010 | Zuletzt bearbeitet am 13.1.2011