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Kawasaki-Syndrom
Kaulfersch Prim. Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Kaulfersch *)
Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde LKH Klagenfurt


F: Kürzlich hörte ich von einer Kinderkrankheit, die mir völlig unbekannt ist, dem sogenannten „Kawasaki-Syndrom". Was versteht man darunter?


A: Unter „Kawasaki-Syndrom" versteht man eine akute entzündliche Erkrankung mit Beteiligung der kleinen Blutgefäße der Haut, der Schleimhäute und der inneren Organe, welche vorwiegend vor dem 5. Lebensjahr auftritt. Oft wird die Erkrankung mit Masern oder Scharlach verwechselt.

Die kleinen Patienten präsentieren sich zunächst mit hohem Fieber ohne erkennbare Ursache über 5 Tage hinaus, Hautrötungen an Handinnenflächen und Fußsohlen mit späterer Schuppung, Ausschlag am Rumpf, hochroten Lippen („Lacklippen"), Bindehautentzündung und vergrößerten Halslymphknoten. Hinzu kommen manchmal Mitbeteiligungen von Leber, Nieren, Hirn und Magen-Darmtrakt.

Besonders gefürchtet sind aber die Herzkomplikationen, da es zu entzündlichen Veränderungen der Herzkranzgefäße mit thrombotischer Verstopfung und Ausbuchtungen bis hin zum Herzinfarkt kommen kann. In 0,1% verläuft die Krankheit tödlich.

Bei Verdacht soll das Kind unverzüglich einem Kinderkrankenhaus zur klinischen, Labor- und Herzultraschall-Untersuchung zugewiesen werden, da man durch einen rechtzeitigen Therapiebeginn mit Immunglobulinen und Aspirin vor dem 10. Erkrankungstag schwere Komplikationen verhindern kann.

In Österreich erkranken jährlich 15-30 Kinder am „Kawasaki-Syndrom", das nach einem japanischen Wissenschafter benannt ist, der diese Krankheit 1967 als Erster beschrieb.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 21.10.2004 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008