OA Dr. Peter Kurnik *)
LKH Klagenfurt, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde
F: Ich habe gehört, dass sogar Kinder an dem sogenannten „Altersdiabetes" erkranken können. Wie äußert sich diese Krankheit?
A: Altersdiabetes - ein Name, der in die Irre führt: Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an dieser Krankheit, dem Diabetes Typ-2. Die Zahl der Betroffenen wird weiter wachsen. In den USA und in Japan gibt es bereits mehr junge Typ-2-Diabetiker als gleichaltrige Typ-1-Leidensgenossen.
Ursache ist neben erblicher Veranlagung vor allem die in westlichen Ländern zunehmende Fettleibigkeit, verursacht durch die gefährliche Kombination von zu großen Mengen fettreicher, süßer Kost und Bewegungsmangel. Statt herumzutoben, sitzen die Kinder und Jugendlichen vormittags in der Schule, nachmittags am PC und abends bei Chips, Fast Food und Cola oder Eistee vor dem Fernseher. Früher radelte man mit dem Fahrrad zur Schule, heute fährt Mutti mit dem Wagen vor.
Da „Altersdiabetes" zunächst wenig Beschwerden verursacht, wird er häufig nicht erkannt. Der Körper ist dabei nicht mehr in der Lage, ausreichend Insulin zu produzieren und die Wirkung des Insulins lässt nach, daraus resultiert ein erhöhter Blutzuckerspiegel. Insulin ist dafür verantwortlich, den Zucker in die Zellen zu schleusen, wo er zur Energiegewinnung benötigt wird.
Bei einigen Kindern zeigen sich im Frühstadium der Erkrankung Symptome wie Müdigkeit oder häufiger Harndrang, während es bei anderen lange keine Anzeichen der Erkrankung gibt, und die Erkrankung nur zufällig entdeckt wird. Eine rechtzeitige Früherkennung ist jedoch wichtig, da der erhöhte Blutzucker auf Dauer die feinen Blutgefäße schädigt und es zu verheerenden Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Nierenfunktionsstörung, Erblindung, Nervenschäden oder Herz-Kreislauferkrankungen kommen kann.
Wenn Ihr Kind an starkem Übergewicht leidet, kontaktieren sie Ihren Kinderarzt zur Beurteilung des Zuckerstoffwechsels. Helfen sie Ihrem Kind durch Änderung Ihrer gemeinsamen Lebensgewohnheiten, gestalten Sie die Ernährung kalorienärmer und steigern Sie die gemeinsamen Bewegungsmuster deutlich (Wanderungen, Radtouren, Schwimmen, Ballspiele, Eislaufen).
*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde