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Erstickungsunfall
Stiskal Dr. Alfred Stiskal *)
FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Wien


F: Welche Sofortmaßnahme hilft meinem Kind bei einem Erstickungsanfall nach dem Einatmen eines festen Körpers?


A: Vor allem bei älteren Säuglingen und Kleinkindern kann es vorkommen, dass ungewollt ein Fremdkörper durch den Kehlkopf in die Luftröhre und in die Bronchien gelangt (sogenannte Aspiration). Aspiriert werden häufig Nahrungsmittel von fester Beschaffenheit, wie etwa Nüsse, Karotten oder Popkorn, da kleine Kinder diese Nahrungsmittel nicht ausreichend kauen können. Vorsicht ist aber auch geboten bei kleinen Spielzeugteilen, Perlen, Münzen, Knöpfen, Büroklammern oder etwa Knopfbatterien.
Wenn Ihr Kind plötzlich - ohne vorangehende Infektzeichen – anfallsartig oder anhaltend zu husten beginnt und dabei deutliche Atemnot mit Blauwerden des Gesichtes zeigt, müssen Sie an einen Erstickungsanfall denken. Dieser äußert sich häufig auch in einem "pfeifenden" Atemgeräusch. Wenn Ihr Kind noch husten und weinen kann, sind seine Atemwege nur teilweise verlegt. Bei einer vollständigen Verlegung der Atemwege und nicht ausreichender Belüftung hustet Ihr Kind nicht mehr, spricht nicht und wird blau im Gesicht. Bei einer teilweisen Verlegung der Atemwege und ausreichender Atemtätigkeit ist es wichtig für Ihr Kind, Aufregung zu vermeiden, Ihr Kind soll eine bequeme Haltung einnehmen, sich aber nicht hinlegen und wenn möglich durch Husten den Fremdkörper wieder ausstoßen.
Wenn das Kind nur mehr schwer atmet und bereits beginnt, im Gesicht blau zu werden, müssen Sie unverzüglich den Notarzt rufen! Gleichzeitig können Sie folgende Sofortmaßnahme versuchen: In Kopftieflage des Kindes (z.B. über Knie legen) mit dem Handballen einige kräftige, aber dosierte Schläge auf den Rücken oder das sogenannte „Heimlichmanöver". Darunter versteht man die Kompression des Brustkorbs beim stehenden oder liegenden Kind. Bei zunehmender Verschlechterung des Zustandes Mund zu Mundbeatmung und Herzmassage bis zum Eintreffen der Notarztes.


*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 13.1.2005 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008