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Mukoviszidose
Ernst Eber Univ.-Prof. Dr. Ernst Eber *)
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde,
Graz Klinische Abteilung für Pulmonologie/Allergologie


F: In der Klasse meiner siebenjährigen Tochter leidet ein Schüler wie sich kürzlich herausstellte an "Mukoviszidose". Was ist das für eine Krankheit und ist sie ansteckend?


A: Bei „Mukoviszidose" oder, wie die Krankheit auch genannt wird, „zystische Fibrose", handelt es sich um eine Erbkrankheit, die zwar nicht heilbar, heute in vielen Fällen aber recht gut behandelbar und nicht ansteckend ist.
Die „Mukoviszidose" stellt eine Multiorganerkrankung dar, die in unterschiedlichen Verlaufsformen und Schweregraden auftritt, besonders aber den Atem- und Verdauungstrakt des Patienten betrifft. Denn: Durch einen Fehler im Bauplan der Zellen werden körpereigene Sekrete zäh und „eingedickt" produziert, woraus eine Verlegung der Bronchien und der Ausführungsgänge verschiedener Drüsen resultiert. Betroffene Kinder leiden zum einen meist an vermehrtem Husten und chronischer Bronchitis, zum andern an Verdauungsstörungen mit Bauchschmerzen, vermindertem Körperwachstum und Untergewicht. Etwa zehn Prozent dieser Kinder leiden bereits bei der Geburt an einem Darmverschluss.
„Mukoviszidose" ist eine Erbkrankheit. Jeder Zwanzigste in unserer Bevölkerung trägt dieses fehlerhafte Gen in sich. Zum Ausbruch der Erkrankung müssen Mutter und Vater das fehlerhafte Gen tragen, aber auch dann kommt statistisch gesehen nur jedes vierte Kind mit diesem Leiden auf die Welt.
Dank moderner Untersuchungsmethoden kann heute jedes Neugeborene im Zuge eines sogenannten Screenings (Bluttest) auf das Vorliegen von „Mukoviszidose" untersucht werden. Durch eine frühe Diagnosestellung können betroffene Kinder auch entsprechend früh behandelt werden, womit sich Lebenserwartung und -qualität für diese Kinder deutlich verbessern.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 1.8.2005 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008