Prim. Univ.- Prof. Dr. Ingomar Mutz *) Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendheilkunde, LKH Leoben
F: Meine Schwiegertochter und mein Sohn rauchen ständig vor ihrem sechs Monate alten Sohn. Wie schädlich ist das Passivrauchen für meinen Enkel? A: Leider werden die gesundheitlichen Schäden durch Passivrauchen bei Kindern immer noch bagatellisiert. Wie wir wissen, sind mit dem Rauchen zahlreiche schädliche Nebenwirkungen, vor allem auf das Gefäßsystem und die Atemwege bis zur Krebsauslösung in Mundhöhle, Kehlkopf und Lungen, verbunden. Dennoch rauchen viele werdende Mütter und jedes fünfte Kind ist bereits im Mutterleib durch das Nikotin gefährdet. Nachweislich haben diese Babys bei der Geburt eine geringere Körpergröße und weniger Gewicht als Kinder von Nichtraucherinnen. Durch Passivrauchen sind Babys und Kinder hauptsächlich den schädlichen Wirkungen der Rauchinhalation ausgesetzt. Dadurch erhöht sich für Babys nicht nur das Risiko, am „Plötzlichen Säuglingstod" zu sterben, sondern erwiesenermaßen verschlechtert sich auch allgemein der Gesundheitszustand von Kindern rauchender Mütter: Je nach Häufigkeit und Stärke des passiv eingeatmeten Zigarettenrauches häufen sich Erkrankungen der Atemwege mit Mittelohrentzündungen und vor allem Asthma, Bronchitis und gelegentlich auch Entzündungen der Speiseröhre. Viele von den giftigen Stoffen des eingeatmeten Rauches wirken krebserregend. Wie schädlich das Passivrauchen ist, zeigt sich auch darin, dass die durch Tabakrauch verursachte Luftverunreinigung in der Wohnung meist viel stärker ist als die anderen Arten der Luftverunreinigung im Freien. Daher rate ich Ihrer Tochter und Ihrem Schwiegersohn dringend, in Gegenwart des Kindes und zu Hause nicht zu rauchen. Rauchen ist für die Mitbewohner – in Ihrem Fall für Ihren Enkel - nicht nur eine Belästigung, sondern auch ein Gesundheitsrisiko und widerspricht der Fürsorgepflicht, welche Eltern ihren Kindern gegenüber haben. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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