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Scharlach
Schwaiger Dr. Andrea Schwaiger *)
FÄ für Kinder- und Jugendheilkunde, Hinterbrühl, NÖ ÖÄK-Diplom Akupunktur – Laserakupunktur in der Kinderheilkunde
Ärztin im „Schwedenstift", Heim für schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche, Perchtoldsdorf


F: Ist meine fünfjährige Tochter gegen Scharlach immun, wenn sie einmal daran erkrankt ist?


A: Nein, ist sie nicht. Scharlach ist eine typische Erkrankung des Kindesalters (Häufigkeitsgipfel zwischen dem 4.-8. Lebensjahr). Auslöser sind Bakterien (betahämolysierende Streptokokken der Gruppe A). Da es viele verschiedene Streptokokkenbakterien gibt, kann man auch Scharlach mehrmals bekommen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Husten, Sprechen) und tritt daher gehäuft in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten und Schule auf.

Nach einer Ansteckungszeit von zwei bis fünf Tagen treten Symptome wie Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Fieber und auch Bauchschmerzen mit Erbrechen auf. Der für Scharlach typische Ausschlag beginnt erst ein bis zwei Tage nach den ersten Krankheitszeichen. Es ist ein samtiger, blassroter Ausschlag mit Beginn meist in den Achseln und am Brustkorb, sowie in den Leisten. Die Region um den Mund bleibt meist deutlich ausgespart und ist dadurch auffallend blass.

Der Ausschlag ist durch Exotoxine (Giftstoffe, die von speziellen Streptokokken freigesetzt werden) verursacht. Weiters zeigt sich eine stark gerötete Zunge und auch der Rachen ist hochrot und die Mandeln eitrig belegt. (Eine bakterielle Angina ist auch meistens durch Streptokokken ausgelöst!) Der Ausschlag bleibt ca. drei bis fünf Tage bestehen. Eine Schuppung der Haut beginnt nach ungefähr einer Woche und ist am deutlichsten an den Händen und Füßen bemerkbar. Die Diagnose sollte immer von einem Arzt gestellt werden, der in den meisten Fällen auch einen Rachenabstrich macht.

Scharlach sollte immer mit Antibiotika behandelt werden, um schwerwiegende Folgekrankheiten an den Nieren, Herz, Gelenken oder Gehirn zu vermeiden! Nachdem Ihr Kind zwei Tage Antibiotika erhalten hat kann es seine Freunde und Bekannten nicht mehr anstecken. Sie können Ihr Kind daher ohne Besorgnis wieder in den Kindergarten oder die Schule schicken (das Medikament sollte jedoch insgesamt zehn Tage eingenommen werden). Drei bis vier Wochen nach der Erkrankung sollte vom Kinderarzt nochmals eine Kontrolluntersuchung durchgeführt werden (Harnkontrolle, evtl. EKG).

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 1.1.2006 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008