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Schlafsack
Kerbl Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl *)
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde,
Graz Leiter der Arbeitsgruppe Schlafforschung


F: Kürzlich habe ich im Fernsehen von einem Schlafsack gehört, der vor dem plötzlichen Säuglingstod schützt. Wo bekomme ich diesen Schlafsack und wie wirkt er?


A: Der plötzliche Säuglingstod (engl. sudden infant death syndrome, SIDS) ist ein dramatisches Ereignis, bei dem Babys aus völliger Gesundheit plötzlich und unerwartet versterben. Betroffen sind bevorzugt Babys im 2.-6. Lebensmonat, meist tritt der plötzliche Tod im Schlaf ein. Trotz umfangreicher Forschung konnte die genaue Ursache bisher nicht geklärt werden. Es ist aber gelungen gewisse "Risikofaktoren" zu identifizieren. Dies sind vor allem das Schlafen in Bauchlage, Überwärmung, Nikotinbelastung, sowie Behinderung der Atemwege durch weiche Polster, Decken oder ähnliches.

Der Babyschlafsack (es handelt sich dabei um kein spezielles Produkt) kann nun dazu beitragen, die oben erwähnten Risikofaktoren zu verhindern. Durch Umhüllung der Beine bei gleichzeitiger Armfreiheit wird verhindert, dass das Baby sich ungewollt von der Rücken- in die Bauchlage dreht. Da der Babyschlafsack ohne zusätzliche Decke verwendet wird, entfällt auch das Risiko des "Überdeckens" des Gesichtes. Weiters garantiert der Babyschlafsack ein konstantes Temperaturmilieu und schützt daher vor Überwärmung.

Babyschlafsäcke bekommen Sie in den meisten Babyartikelgeschäften. Bitte achten Sie darauf, dass der Babyschlafsack dem Alter bzw. der Größe Ihres Kindes angepasst ist, das heißt, mit zunehmendem Alter werden größere Modelle benötigt. Darüber hinaus sollte der Babyschlafsack auch der Jahreszeit angepasst sein. Verwenden Sie also einen dünnen Schlafsack im Sommer, eventuell einen gefütterten im Winter.

Weitere Informationen zum Thema "Plötzlicher Säuglingstod" finden Sie unter www.sids.at. Die gute Nachricht zum Schluss: Durch umfassende Aufklärung konnte der Säuglingstod in Österreich in den letzten 15 Jahren um fast 90% reduziert werden!

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 31.10.2005 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008