HOME
HOME >> Pressecorner >> Die Ganze Woche - Österreichs Kinder- und JugendfachärzteInnen beantworten Leserfragen >> Artikel aus dem Jahr 2005 >> Schwitzen
Menü ausblenden
Login   Sitemap   Kontakt   Presse      Suche nach  
Schwitzen
Schwingshandl Univ.-Prof .Dr. Josef Schwingshandl *)
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Leibnitz


Meine Enkeltochter (3 Jahre) leidet unter Schwitzhänden und Schwitzfüßen. Wie kann ihr geholfen werden?


Vermehrtes Schwitzen kann in seltenen Fällen im Rahmen hormoneller Störungen vorkommen, diese müssen zuerst von Ihrem Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde entweder klinisch oder labor-chemisch ausgeschlossen werden. Wird keine spezielle Ursache gefunden spricht man von der sogenannten genuinen oder emotionellen Hyperhydrose.

Diese vermehrte Schweißneigung an Hand und Fußflächen kann bereits im Säuglingsalter auftreten, manifestiert sich zumeist jedoch im Kleinkindesalter (wie bei Ihrem Enkel). Als Folge der vermehrten Feuchtigkeit kann es auch zu Hautinfektionen mit Bakterien (Pyodermien) oder Pilzen (Mykosen) kommen.

Therapeutisch kann nun an verschiedenen Abschnitten der Schweißproduktion angesetzt werden, wobei die chirurgische oder pharmakologische Blockierung der Überträgersubstanzen an der Schweißdrüse im Kindesalter eher nicht in Frage kommt.

Eine gute Behandlungsmöglichkeit der vermehrten Schweißneigung vor allem an Händen und Füssen besteht in der mechanischen Blockierung der Schweißdrüsenausführungsgänge durch Metallsalze, z.B. Aluminiumhexahydrat 15-25%. Die Anwendung erfolgt über Nacht. Angewendet wird zunächst täglich, später bei Bedarf. Eine weitere therapeutische Möglichkeit besteht in der Leitungswasser - Iontophorese, diese Therapie wird üblicherweise vom Facharzt für Hautkrankheiten durchgeführt, es gibt jedoch auch die Möglichkeit der Behandlung zu Hause. Dabei werden schwache, teilweise gepulste Gleichströme durch die Haut geleitet. Die Behandlung erfolgt zunächst täglich oder dreimal pro Woche - später bei Bedarf. Am besten wenden Sie sich mit Ihrem Enkel an Ihren Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, er wird Ihnen die am besten geeignete Therapie zukommen lassen bzw. Sie weiter überweisen.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 31.10.2005 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008