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Staub-Asthma
Maximilian Zach Univ.-Prof. Dr. Maximilian Zach *)
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz


F: Wir wohnen in der Großstadt. Kann die vor allem in den Wintermonaten staubbelastete Luft das Asthma meiner fünf Jahre alten Tochter verschlimmern?


A: Wissenschaftlich ist vor allem eine dramatische Verschlechterung des Asthma-Geschehens bei Passivrauch-Belastung nachgewiesen. Da aber Feinstaub-Belastung in etwa eine vergleichbare Schädigung verursacht, ist Ihre Frage mit großer Wahrscheinlichkeit mit "ja" zu beantworten.

Studien weisen darauf hin, daß Schadstoffbelastung die für das Asthma typische chronische Entzündung der Bronchien steigert; dadurch verschlimmert sich das Asthma.

Bei der Feinstaubbelastung geht es vor allem um Schwebeteilchen, die kleiner als zehn Tausendstel Millimeter im Durchmesser sind. (Man bezeichnet diesen Wert auch als „PM 10", wobei „PM" hier für „particulate matter" steht.) Diese Form von Feinstaub ist deshalb so lungenschädigend, weil derartig kleine Teilchen, wenn sie eingeatmet werden, mit der Atemluft sehr tief in die Lunge eindringen können. Sie entfalten dort ihre schädigende Wirkung.

Als Quellen für diese Schwebeteilchen in der Großstadtluft kommen viele Mechanismen in Frage (z.B. die Rußteilchen aus Dieselmotoren im Straßenverkehr).

Kinder sind grundsätzlich nicht mehr oder weniger gefährdet als Erwachsene, allerdings sind Kinder durch ihre oftmals gesteigerte körperliche Aktivität (vertiefte Atmung = vermehrtes Einatmen von Staubteilchen) dieser Belastung besonders ausgesetzt. Ein Teil der Schädigungsmechanismen beruht auch auf einem Langzeitmechanismus. Da Kinder im Vergleich zu Erwachsenen noch eine größere Lebenserwartung haben und oft von klein auf über Jahre und Jahrzehnte hinweg staubbelastete Luft einatmen, sind sie als besonders gefährdet anzusehen.

Ich empfehle Ihrer Tochter daher, sich so oft wie möglich in frischer, staubfreier Luft aufzuhalten. Auch zu Hause sollte man für ein gesundes Raumklima (20 °C und mittlere Luftfeuchtigkeit, Rauchfreiheit) sorgen.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 30.3.2005 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008