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Vitamin K und D3
Zwiauer Karl Primar Univ.- Prof. Dr. Karl Zwiauer *)
Vorstand der Kinder- und Jugendabteilung am Zentralklinikum St. Pölten



F: Warum werden Babys in den ersten Lebenswochen Vitamin K und Vitamin D3 verabreicht?


A: Vitamin K ist für die Bildung von Gerinnungsfaktoren notwendig und bei einer ungenügenden Versorgung mit Vitamin K kann es bei Säuglingen zu Blutungen (etwa Hirn- oder Darmblutung) kommen.
Während der Schwangerschaft wird das Ungeborene ausreichend mit Vitamin K versorgt, das kann sich nach der Geburt ändern: Obwohl Stillen nach wie vor die beste Nahrung für Säuglinge ist, muss bedacht werden, dass Muttermilch nicht ausreichend Vitamin K für das Baby enthält. Babys, die mit Milch-Fertignahrung gefüttert werden, bekommen mit den Milchnahrungen wesentlich mehr Vitamin K und weisen zehnfach höhere Blut-Konzentrationen an Vitamin K auf.
Um in jedem Fall eine Vitamin K-Mangelblutung zu vermeiden, sollten daher alle Kinder, sowohl gestillte als auch jene, die mit Fertignahrung versorgt werden, innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt, am 4. und 6. Tag (!) und in der 4. bis 6. Lebenswoche (im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen) einen Tropfen Vitamin K erhalten.

Für den Knochenaufbau benötigen Babys in den ersten 12 Lebensmonaten und im 2. „Lebenswinter" täglich einen Tropfen Vitamin D. Durch die Gabe von Vitamin D soll eine sogenannte „Vitamin D-Mangel-Rachitis" vermieden werden, die sich durch eine Wachstumsstörung (Rachitis) und „Knochenweichheit" äußert. Weiters empfehle ich, mit dem Baby oft, vor allem im Winter, an die Sonne zu gehen, und das Kind während des Spazierengehens nicht allzu sehr zu vermummen, denn auch das Sonnenlicht hilft, Vitamin D zu bilden.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 8.3.2005 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008