MR Dr. Raoul Klatt *) FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz
F: Kürzlich hörte ich von der sechsjährigen Tochter einer Freundin, dass sie einen so genannten „Winterfuß" habe. Was ist damit gemeint? A: Beim so genannten „Winterfuß" handelt es sich um eine Hauterkrankung des Fußes, die besonders bei Menschen mit einer Überempfindlichkeitsreaktion (=Atopie) auftreten kann und sich durch Rötung, Schuppung und schmerzhafte Rhagaden (feine Hautrisse) an Fußsohlen und Zehen bemerkbar macht. Durch das geschlossene, luftundurchlässige Schuhwerk kommt es besonders im Winter zu einer Verschlechterung des Hautbildes. Die Haut an den Fußsohlen und Zehenkuppen wird in der kalten Jahreszeit extrem trocken und rissig, so dass sie an den besonders beanspruchten Stellen schmerzhafte, manchmal blutende Sprünge bekommt. Typisch ist der symmetrische Befall beider Füße. Oft wird fälschlich an eine Hautpilzerkrankung gedacht, wodurch sich die richtige Behandlung verzögert. Neben einer sorgfältigen, fachmännischen Hautpflege waren bisher Cortisonsalben das Mittel der ersten Wahl bei der Therapie des Winterfußes. Erfreulicherweise gibt es inzwischen eine neue cortisonfreie Stoffgruppe als Therapiealternative, nämlich die topischen Calcineurin-Inhibitoren. Sie haben sich als effektiv und gut verträglich erwiesen. Der Kinderarzt Ihrer Freundin wird diese diesbezüglich sicher gerne beraten. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
|