OA Dr. Wolfgang Kaschnitz *) Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz
F: Wie kann ich bei meinem Kind erkennen, ob es autistisch ist? A: Der kindliche Autismus, dessen Ursachen genetisch bedingt sind, beginnt bereits vor dem dritten Lebensjahr und äußert sich durch Entwicklungsstörungen in verschiedenen Bereichen. Ein Leitsymptom für Autismus ist eine verzögerte oder ungewöhnliche Sprachentwicklung des Kindes. Das heißt, das Kind beginnt gar nicht oder sehr verzögert zu sprechen und dabei zeigen sich Abnormitäten wie zB. das stereotype Verwenden von immer gleichen Sätzen oder Satzteilen und das Wiederholen von immer gleichen Lauten. Typisch auch, dass diese Kinder die fehlende Sprache wenig oder gar nicht durch Gestik kompensieren und auch kaum in Blickkontakt mit anderen treten. Das heißt, auch in ihrem Sozialverhalten unterscheiden sich autistische Kinder. Dies drückt sich etwa auch in einem auffälligen Spielverhalten aus, indem diese Kinder zB. keine Rollenspiele spielen und keine Kommunikation mit Gleichaltrigen pflegen, bis hin zur Kontaktabwehr. Autistische Kinder sind häufig Einzelgänger, zeigen heftige Widerstände bei Veränderungen und können mitunter auch aggressiv gegenüber anderen und sich selbst sein. Auch stereotype Bewegungen mit dem eigenen Körper oder auch stereotype Beschäftigungen mit bestimmten Spielsachen sind typische Verhaltensweisen. Da eine frühzeitige Diagnose den Therapieerfolg wesentlich verbessert, empfehle ich Eltern, bei Verdacht auf Autismus ihres Kindes, ihren Kinder-und Jugendfacharzt auf diese Symptome hinzuweisen, um in der Folge eine exakte Diagnose bei einem Kinderpsychiater stellen zu können. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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