Dr. Dietmar Baumgartner *) FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Wiener Neustadt
F: Ich erwarte in acht Wochen mein erstes Kind und möchte es unbedingt stillen. Was kann ich tun, um bei meinem Baby Blähungen vorzubeugen? A: Eine spezielle „Vorbeugung" gegen „Blähungen" bei Neugeborenen und jungen Säuglingen gibt es weder für gestillte noch für mit sogenannter Formulanahrung (auf Kuhmilchbasis) ernährte Kinder. Schreiphasen – zumeist in den Abendstunden – sind nicht untypisch für die ersten Lebensmonate und nicht immer Ausdruck von Blähungen. Sie kommen bei Knaben häufiger vor als bei Mädchen und verschwinden meistens nach etwa drei Monaten (deshalb auch die Bezeichnung Dreimonatskoliken). Verantwortlich dafür kann unter anderem auch der vor allem beim Stillen großzügig zugeführte Milchzuckeranteil sein. Nicht immer kann dieser von dem in der Darmschleimhaut befindlichen aufspaltenden Enzym Lactase gänzlich verwertet werden. Die Vergärung durch die Milchsäurebakterien im Dickdarm kann dann zur Gasbildung und zu Blähungen führen. Aber allein schon die enorme Nahrungsmenge, die ein junger Säugling in Relation zu seinem Gewicht täglich zu sich nehmen muss (bis zu 15% des Körpergewichts) führt natürlich zu einer gewissen Belastung des gesamten Verdauungssystems. Für stillende Mütter ist eine vitamin- und abwechslungsreiche Ernährung wichtig, außerdem empfehle ich, Hülsenfrüchte, ganz frisches Brot und andere blähende Nahrungsmittel wie z. B. Sauerkraut sowie größere Mengen Kohlensäure zu reduzieren und die bekannten Genussmitteln Alkohol und Koffein zu vermeiden. Pro Tag sollten Sie auch nicht mehr als etwa einen halber Liter Kuhmilch trinken. Bei sehr auffälligen Schreiphasen wenden Sie sich an Ihre betreuende Kinderärztin oder an Ihren Kinderarzt. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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