Dr. Alfred Stiskal *) FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Wien
F: Meine Tochter (11) hat an den Fußsohlen mehrere Dornwarzen. Was können wir dagegen tun? A: Warzen gehören zu den gutartigen Hautveränderungen. Es gibt viele verschiedene Formen, die durch Viren hervorgerufen werden können. Warzen entwickeln sich an der Stelle, an der der Erreger in die Haut eingedrungen ist. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 4 Wochen und 8 Monaten. Dornwarzen entstehen an den Fußsohlen, durch den Druck des Körpergewichtes wachsen sie nicht nach außen, sondern wie ein Dorn in die Tiefe. Deshalb sind sie oft beim Gehen schmerzhaft. Die Erreger werden häufig durch Barfußgehen in Schwimmbädern, Turnhallen oder Umkleidekabinen übertragen. Wirklich wirksame vorbeugende Maßnahmen gibt es allerdings nicht. Es ist oft schwierig, diese einfache virale Erkrankung in den Griff zu bekommen. Die angenehmste Lösung ist natürlich die bei Warzen häufig gesehene Spontanheilung! In der Regel ist jedoch eine längere Behandlung erforderlich, die, speziell bei Kindern, mit einer konservativen Therapie beginnen sollte: Geben Sie um die Warzen Ihrer Tochter ein schützendes Lochpflaster und auf die Warzen selbst ein Präparat mit 40% Salizylsäure, das rezeptfrei erhältlich ist, darüber wieder ein Pflaster. Am Abend machen Sie Ihrer Tochter ein Fußbad mit Abschaben des aufgeweichten Gewebes (zB. mit einem Bimsstein). Sie können nach Auftragen des Präparates die Warzen auch mit einem Hydrokolloidverband (in der Apotheke) bedecken. Wiederholen Sie diesen Vorgang regelmäßig und schaben Sie die oberflächlichen Hornschichten vorsichtig ab. Schmerzlinderung setzt bald durch Verringerung der Warzendicke ein. Sollten Sie eine raschere, aktive Therapie anstreben, kann die Warze auch ausgeschält werden (mit Lokalbetäubung!) – dies kann allerdings zu Rezidiven und Narbenbildung führen, oder eine Kältetherapie mit flüssigem Stickstoff durchgeführt werden (ist allerdings etwas schmerzhafter und erfordert auch eine Lokalanästhesie), oder eine Behandlung mit Kohlendioxidlaser durchgeführt werden - nur bei sehr therapieresistenten Formen. Ich empfehle Ihnen, bei Ihrer Tochter mit der konservativen Therapie zu beginnen. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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