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Fieberblase
Deutsch Univ.-Prof. Dr. Johann Deutsch *)
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz


F: Meine 10 Monate alte Tochter hat eine Fieberblase. Wie kann ich ihr helfen?


A: Bevor ich Ihre Frage beantworte, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Säuglinge prinzipiell bei von der Norm abweichenden Auffälligkeiten einem Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde vorgestellt werden sollten, um nichts zu übersehen. Ihr Kind wird vom Arzt genauestens untersucht, um eventuelle, andere Erkrankungen auszuschließen und die für Ihr Kind und Ihre Familie geeignete Therapie zu verordnen.

Bei Säuglingen ist – im Verhältnis zum späteren Kindesalter – bei einer Erstinfektion mit dem sogenannten „Herpes simplex Virus" mit einem längeren und etwas schwereren Verlauf zu rechnen.

An sich existiert für Fieberblasen eine sehr wirkungsvolle lokale Therapie (z.B. Zoviraxsalbe), doch sind auch anaesthesierende und desinfizierende Salben möglich. Die Salbe wird vorsichtig, am besten mit einem Wattestäbchen, auf die Blase aufgetragen. Das Wattestäbchen sollte danach nicht für ev. andere Stellen verwendet werden, um die Infektion nicht zu übertragen.

Ich rate Ihnen aber, bei Ihrer Tochter auch überprüfen zu lassen, ob die Schleimhaut ihrer Mundhöhle befallen ist, ob nicht bereits zusätzlich eine bakterielle Superinfektion dazugekommen ist, und vor allem, ob Ihr Kind noch ausreichend Nahrung zu sich nimmt. Entsprechend diesen Informationen wird Ihr Kind dann behandelt werden.
Dies kann manchmal mit einer ausschließlichen Lokaltherapie geschehen, ein anderes Mal muss auch systemisch (oral oder intravenös) behandelt werden. Die genaue Abstimmung der Therapie auf die Schwere des Krankheitsbildes, auf das Alter und den Gesamtzustand ihres Kindes und auf die Situation der Familie kann nur ein Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde vornehmen, der darüber genau Bescheid weiß.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 25.9.2006 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008