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Gelsenstich
Kroesslhuber Dr. Franz Krösslhuber *)
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Lienz in Osttirol


F: Meine acht Monate alte Enkelin wird sehr oft von Gelsen gestochen. Können Gelsen eigentlich Krankheiten (zB. Aids) übertragen?


A: Nein, nicht in unseren Breiten. Während weltweit die Übertragung von Krankheitserregern (Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber zuletzt recht aktuell West-Nil-Fieber) durch verschiedene Stechmücken eine enorme Bedeutung hat, spielt dies bei uns nach dem derzeitigen Wissensstand keine Rolle.

Wenngleich eine theoretische Möglichkeit, z.B. ein unterbrochener Stechakt, der gleich darauf an einer anderen Person wiederholt wird, denkbar ist, hat sich dies bei uns bisher nicht als Übertragungsweg von Viren oder Bakterien bestätigt.
Ausgeprägte lokale Rötungen, Schwellungen und intensiver Juckreiz können durch den eingespritzten Mückenspeichel hervorgerufen werden und Stunden, in manchen Fällen auch Tage andauern. Wie stark jemand reagiert, kann auch von der individuellen allergischen Reaktionslage abhängig sein. Letztlich klingen die Beschwerden spontan ab, eine gewisse Hilfe sind systemische Antihistaminika und/oder lokal angewandte cortisonhältige Präparate. Lokale Antihistaminika können nicht überzeugen, wenn man von einem gewissen kühlenden Effekt absieht.
Empfehlenswert ist eine Vorbeugung durch Kleidung oder sogenannte Repellantien (das sind "insektenabweisende" Substanzen), wobei Präparate die DEET enthalten am wirksamsten sind, diese sind bei kleinen Kindern aber mit entsprechender Vorsicht anzuwenden.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 25.9.2006 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008