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Koka-Blätter
Grubbauer Univ.-Prof. Dr. Hans Michael Grubbauer *)
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz


F: Die sechsjährige Tochter unserer Bekannten bekommt seit einiger Zeit einen Absud aus Koka-Blättern zu trinken. Wie kann sich die Substanz auf das Kind auswirken?


A: Der Kokastrauch stammt ursprünglich aus den Anden und wird in Südamerika seit Jahrtausenden kultiviert. Koka spielt in diesen Kulturen eine bedeutende Rolle als Aphrodisiakum, Heilmittel und Rauschmittel. Bei den Inkas galt Koka als heilige Droge, welche nur Priestern und Herrschern vorbehalten war. Die Blätter des Kokastrauches werden geerntet, getrocknet und dann entweder gekaut, geraucht oder in wässriger Form als Tee oder Abkochung verwendet.

Zu den wirksamen Inhaltsstoffen der Kokablätter gehören die Kokaalkaloide, wobei das bekannteste Alkaloid das Kokain ist. Kokain ist ein Rauschgift mit psychostimulierenden Eigenschaften und führt zu Euphorie, gesteigertem Selbstwertgefühl und Prahlerei, gleichzeitig ruft es zahlreiche physische Veränderungen wie Steigerung der Herzfrequenz, Gefäßverengung, Blutdruckanstieg, Bronchienerweiterung, Steigerung der Körpertemperatur, Pupillenerweiterung, etc. hervor.

In der Volksmedizin wird Koka als psychisches und körperliches Stärkungsmittel bei Ermüdung, Schwäche und Erschöpfungszuständen, gegen Schmerzen aller Art, Höhenkrankheit etc. therapeutisch und bei den Andenbewohnern auch prophylaktisch verwendet.

Ich habe keinerlei Erfahrungen über Auswirkungen von Koka-Tee bei Kindern, würde aber aufgrund der Inhaltsstoffe der Kokablätter (Kokain) dringend davon abraten.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 12.6.2006 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008