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Meningokokken
Barbara Mayer Dr. Barbara Mayer *)
Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz

F: Kürzlich hörte ich von einem fünfjährigen Mädchen, dass eine Meningokokken-Sepsis erlitt. Wie kann ich als Mutter einer vierjährigen Tochter erkennen, ob es sich um Meningokokken handelt, wenn mein Kind krank wird?

A: Die Unterscheidung zwischen einem hochfieberhaften viralen Infekt und einer beginnenden Meningokokken-Sepsis ist nicht immer einfach. Typisch für die Meningokokken-Sepsis ist der plötzliche Beginn der Erkrankung mit sehr hohem Fieber (> 39 Grad Celsius), welches nur sehr ungenügend auf fiebersenkende Medikation anspricht.

Der entscheidende Hinweis auf die Entwicklung dieser lebensbedrohlichen Erkrankung ist das Auftreten eines anfangs häufig nur aus sehr feinen braun-roten bis schwarzen Punkten, später kleinen Flecken bestehenden Ausschlags, welcher rasch zunimmt. Diese Hautveränderungen lassen sich im Gegensatz zu harmloseren viralen Ausschlägen nicht „wegdrücken" d. h. sie blassen nicht ab, wenn man z.B. ein leeres Wasserglas auf die Haut drückt und den Ausschlag so betrachtet.

Von entscheidender Bedeutung sind dann die rasche Behandlung mit entsprechenden Antibiotika sowie kreislaufstützende Maßnahmen durch den Arzt mit unverzüglichem Transport in ein Krankenhaus. Da sich die Meningokokken-Sepsis durch kein anderes typisches Vorzeichen als den oben beschriebenen Hautausschlag abzeichnet, sollten die Eltern die Haut ihrer erkrankten Kinder in regelmäßigen Abständen genau betrachten. Sollte sich außerdem Kopfschmerz, Nackensteifigkeit und Lichtempfindlichkeit einstellen, ist auf eine Mitbeteiligung der Hirnhäute im Sinne einer Meningokokken-Meningitis zu denken.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 12.6.2006 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008