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Neurodermitis
Kaulfersch Primar Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Kaulfersch *)
Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, LKH Klagendfurt


F: Ich hatte Neurodermitis und bin schwanger. Worauf soll ich nach der Geburt bei meinem Baby in Bezug auf Allergien achten?


A: Am besten ist es, wenn Sie Ihr Baby bis zum sechsten Lebensmonat stillen, weil es so keine Kuhmilcheiweiße über die Nahrung aufnimmt. Das ist nämlich eines der potentesten Allergene. Auch sollten Sie selbst allergieauslösende Nahrungsmittel meiden. Die allergischen Reaktionen können zu Neurodermitis führen.

Wenn Sie nicht stillen, sollten Sie Ihrem Kind eine sogenannte HA-Milch geben, deren Kuhmilcheiweiße in kleinere Bestandteile aufgespalten sind. Daher wirken sie auch weniger allergisierend. Wenn Sie ab dem 6. Lebensmonat beginnen, Beikost zu füttern, können Sie sich prinzipiell an die Empfehlungen für gesunde Kinder halten. Nur bei besonders stark Allergie-gefährdeten Kindern sollte man den Milch-Anteil im Milch-Getreide-Brei durch eine entsprechende Menge HA-Nahrung oder Muttermilch ersetzen. In jedem Fall sollten bei diesen Kindern besonders hoch-allergene Nahrungsmittel (wie z.B. Trinkmilch, Hühnerei, Nüsse oder Fisch) im ersten Lebensjahr komplett vermieden werden.

Was nun die Wahrscheinlichkeit betrifft, dass Ihr Kind einmal an einer Allergie erkrankt , so steigt diese, wenn ein Elternteil eine Allergie hatte oder hat, auf 40 bis 50 Prozent, hatten oder haben beide Elternteile eine Allergie, steigt die Wahrscheinlichkeit auf bis zu 80 Prozent.

Besprechen Sie sich bezüglich weiterer Maßnahmen mit Ihrer Kinderärztin / Ihrem Kinderarzt, sie/er kann Sie in Ihrer individuellen Situation kompetent beraten.

*) Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 25.9.2006 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008