Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl *) Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz
F: Meine vier Wochen alte Tochter schwitzt während des Schlafens stark und soll in einem Schlaflabor untersucht werden. Was passiert dort? A: Starkes Schwitzen im Schlaf kann bei Säuglingen ein Hinweis auf Atemschwierigkeiten, manchmal auch auf Kreislaufprobleme sein. So kann z.B. eine anatomische oder funktionelle Verengung im Bereich der Luftwege den Luftstrom beim Ein- und Ausatmen behindern (sogenannte Obstruktion). Die vermehrte Anstrengung beim „Luftholen" bedingt schließlich das Schwitzen. Derartige obstruktive Atempausen können für Babys bedrohlich sein und müssen daher so bald wie möglich diagnostiziert werden. Bei der Schlaflaboruntersuchung werden an der Haut Ihres Babys verschiedene Sensoren befestigt, die über verschiedene sogenannte „autonome Funktionen" Auskunft geben. So werden unter anderem die elektrische Aktivität des Herzen (EKG = Elektrokardiogramm), die Pulsfrequenz, die Atemtätigkeit im Brust- und Bauchbereich und der Sauerstoffgehalt des Blutes registriert. Wichtig ist auch noch die Erfassung des Luftstromes durch die Nase (Babys sind obligatorische Nasenatmer, Mundatmung erfolgt nur bei behinderter Nasenatmung). Neben diesen wichtigsten Parametern werden meist noch die Hirnströme (EEG) registriert, die eine Einstufung der Schlaftiefe ermöglichen. Die Untersuchung im Schlaflabor ist völlig schmerzlos, manchmal ist allerdings etwas Geduld erforderlich, bis alle Sensoren angebracht sind und das Baby eingeschlafen ist. Im Gegensatz zu älteren Kindern kann bei Säuglingen die Untersuchung auch tagsüber erfolgen, da sie auch tagsüber noch längere Schlafphasen haben. Eine Messung von 2-3 Stunden ist in diesem Alter oft ausreichend um die oben angegebenen Störungen zu diagnostizieren, manchmal ist allerdings eine Nachtmessung unumgänglich. Nach der Untersuchung wird Ihnen mitgeteilt ob das Schwitzen Ihres Kindes harmlos ist oder sich eventuelle Konsequenzen (z.B. die Überwachung mit einem Heimmonitor) ergeben. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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