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Storchenbiss
Voitl Dr. Peter Voitl *)
FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Wien


F: Was versteht man unter einem Storchenbiss?


A: Beinahe jedes zweite Neugeborene weist in den ersten Lebensmonaten einen roten, scharf begrenzten Hautfleck meist im Bereich des Kopfes auf.

Dabei handelt es sich in der Regel um ein so genanntes Feuermal (Naevus flammeus), das im Volksmund auch "Storchenbiss" genannt wird. Meistens vergeht diese Hautrötung von selbst im ersten Lebensjahr. Nicht verwechselt werden sollte der Storchenbiss mit dem Hämangiom (Blutschwamm), einem gutartigen Gewächs der Blutgefäße, das nicht flach ist, sondern meist etwas über das Hautniveau herausragt.

Ein Storchenbiss ist ein roter Hautfleck, der meist am Hinterkopf, seltener auf der Stirn oder an den Augenlidern eines Säuglings auftritt - daher der Name. Es sieht aus, als hätte der Storch das Kind mit dem Schnabel hier gehalten. Ursache dieser Flecken sind erweiterte Blutgefäße. Typisch ist die Intensivierung der Farbe bei verstärkter Durchblutung wie durch Aufregung oder beim Schreien. Der Storchenbiss verschwindet in aller Regel von selbst bis zum ersten Geburtstag.

Ein Hämangiom, auch als Blutschwamm bezeichnet, hingegen ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße, der in verschiedenen Formen auftreten kann. Hämangiome können überall auftreten und erscheinen meist als bläulich bis rötliche Verfärbung. Sie kommen an der gesamten Körperoberfläche, v.a. jedoch an Kopf und Hals, und auch an inneren Organen vor - hier vor allem in der Leber. Hämangiome sind meist angeboren, zeigen unterschiedliche Wachstumstendenzen und bilden sich zum Teil von alleine wieder zurück. Ab wann es zu einer Spontanrückbildung kommen wird, lässt sich allerdings in keinem Fall sicher vorhersagen. Selbst mehrere Hämangiome am selben Kind verhalten sich individuell unterschiedlich.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 19.12.2006 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008