HOME
HOME >> Pressecorner >> Die Ganze Woche - Österreichs Kinder- und JugendfachärzteInnen beantworten Leserfragen >> Artikel aus dem Jahr 2007 >> Erkältung
Menü ausblenden
Login   Sitemap   Kontakt   Presse      Suche nach  
Erkältung
Dornbusch Dr. Hans Jürgen Dornbusch *)
FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Graz


F: Meine Kinder (6 und 8 Jahre) sind öfters erkältet. Ist für eine Verkühlung immer ein Virus verantwortlich oder können auch Zugluft, Nässe und Kälte Auslöser dafür sein?


A: Unter Erkältungen versteht man „grippale Infekte", Erkrankungen der Atemwege mit meist mildem Verlauf. Typische Symptome sind Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten und seltener Bindehautentzündung in unterschiedlicher Abfolge und Intensität ohne Fieber oder mit leicht erhöhter Körpertemperatur.

Während Zugluft, Nässe und Kälte als typische Wegbereiter dieser häufigen Erkrankung fungieren, liegt die eigentliche Ursache einer „Erkältung" insbesondere im Kindesalter vor allem in einer Virusinfektion der Atemwege. Von einer banalen „Erkältung" abzugrenzen ist die echte, durch Influenzaviren hervorgerufene Grippe, eine schwere Erkrankung, gegen die ab dem 6. Lebensmonat die Influenzaimpfung dringend empfohlen wird.

Eine antibiotische Behandlung von Virusinfektionen (grippalen Infekten) ist unwirksam. Hingegen muss eine durch Bakterien (meist Streptokokken – Nachweis mittels Rachenabstrich!) bedingte „eitrige Angina" (Infektion von Rachen und Rachenmandeln) unbedingt mit Antibiotika behandelt werden.

Sollten Ihre Kinder an Ohrenschmerzen leiden, suchen Sie unbedingt Ihren Kinderarzt auf. Denn: Paukenerguss mit Schwerhörigkeit und Mittelohrentzündung mit seltenen, aber gefährlichen Komplikationen wie Hirnabszess oder eitriger Hirnhautentzündung können Folgen virusbedingter Schwellungen der Nasenschleimhaut sein. Ihr Kinderarzt sagt Ihnen, ob schmerzlindernde und abschwellende Behandlung ausreichen oder eine Antibiotikagabe erforderlich ist.

Zur Verhinderung schwerer bakterieller Atemwegsinfektionen ist mit Nachdruck auf die international und im österreichischen Impfplan empfohlenen Säuglingsimpfungen gegen Haemophilus influenzae Typ B (im 6-fach-Impfstoff enthalten) und Pneumokokken zu verweisen.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 9.5.2007 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008