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Gewichtszunahme
Schwingshandl Univ. - Prof. Dr. Josef Schwingshandl *)
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Leibnitz


Frage: Meine vierjährige Enkelin wiegt bei einer Größe von 103 cm nur 16 kg. Ist sie nicht viel zu dünn für ihr Alter?


A: Vorab: Bei Ihrer Enkelin besteht bei durchschnittlicher Körpergröße Idealgewicht.
Zur Beantwortung dieser Frage muss man die normale Entwicklung des Gewichtes bei Kindern kennen. Während beim Säugling ein wohlgenährtes Aussehen völlig normal ist („Baby-Speck"), kommt es beim gesunden Kind mit Eintritt ins Kleinkindesalter zu einem stetigen Rückgang des Body-Mass-Index mit einem Minimum ums 4. Lebensjahr (Der Body-Mass-Index – BMI - ist eine Messzahl zur Bewertung des Gewichtes und wird folgendermaßen berechnet: BMI= Gewicht : Größe²).
Etwas vereinfacht kann man sagen: Beim richtig ernährten Säugling (= 1. Lebensjahr) gibt es kein Übergewicht. Beim Kleinkind (nach dem 1. Geburtstag) gibt es in unserer Wohlstandsgesellschaft kaum ernährungsbedingtes Untergewicht!
Zur Beurteilung der Gewichtsentwicklung verwendet Ihre/Ihr Fachärztin/-arzt für Kinder- und Jugendheilkunde sogenannte Perzentilenkurven. Wichtig dabei ist vor allem der gleichmäßige Verlauf der Gewichtskurve.
Sehr oft werden aber normalgewichtige Kleinkinder vor allem von Seiten der älteren Generation (Großeltern) als unterernährt eingestuft. Aufklärung und Bestärkung, dass alles in Ordnung ist, sind hier sehr wichtig - im Sinne der Vorbeugung des Übergewichtes.
Denn sehr wohl gibt es bei entsprechender genetischer Veranlagung ernährungsbedingtes Übergewicht - und das in zunehmendem Ausmaß. Ihre/Ihr Fachärztin/-arzt für Kinder- und Jugendheilkunde wird im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen rechtzeitig ein beginnendes Übergewicht diagnostizieren und behandeln.


*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 29.8.2007 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008