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HPV-Impfung
Schmitzberger Dr. Rudolf Schmitzberger *)
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Wien


F: Meine Tochter ist zwölf Jahre alt. Soll ich sie mit dem neuen HPV-Impfstoff gegen Genitalwarzen und Krebserkrankungen impfen lassen?


A: Der HPV-Impfstoff ist für Jugendliche im Alter von neun bis 15 Jahren zugelassen, daher empfehle ich, Ihre Tochter impfen zu lassen.

Etwa 70 Prozent aller Menschen infizieren sich im Lauf ihres Lebens mit diesem HP-Virus (= Humanes Papillomavirus), das durch Genitalkontakt, aber auch Schleimhautkontakt übertragen werden kann. Viele wissen jedoch nichts über das Virus, weil es über lange Zeit keine Symptome erzeugt und in der Regel vom Immunsystem bekämpft wird.

Das HP-Virus ist vor allem für zwei Krankheitsgruppen verantwortlich, nämlich für Genitalwarzen und Krebserkrankungen. Von den mitunter sehr schmerzhaften Genitalwarzen können Mädchen, Burschen, Frauen und Männer gleichermaßen betroffen sein. Vom HP-Virus verursachte Krebserkrankungen treffen hingegen in erster Linie das weibliche Geschlecht. So sterben in Österreich etwa 200 Frauen pro Jahr an dem vom HP-Virus verursachten Gebärmutterhalskrebs. Bei diesen Frauen war das Immunsystem nicht stark genug, das Virus zu bekämpfen.

Der neue HPV-Vierfachimpfstoff schützt nun vor den vier wichtigsten HPV-Stämmen, nämlich HPV 6 und 11 (verantwortlich für 90 Prozent aller Genitalwarzen) und HPV 16 und 18 (verursacht 70 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen).

Nachdem es sehr wichtig ist, bereits vor dem ersten Intimkontakt geimpft zu sein, und die Impfung umso besser wirkt, je früher sie verabreicht wird, empfehle ich Ihnen, Ihre Tochter bei Ihrem Kinderarzt impfen zu lassen.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 14.3.2007 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008