Univ.-Prof. Dr. Josef Schwingshandl *) FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Leibnitz
F: Unser Enkelsohn (22 Monate) hat den sogenannten „Hüftschnupfen". Er konnte eines Morgens seine Füße nicht bewegen. Wie entsteht diese Krankheit, was kann man dagegen machen bzw. wie kann man vorbeugen? A: Beginnt ein Kind im Kleinkindesalter plötzlich zu hinken, ist die wahrscheinlichste Diagnose ‘Coxitis fugax’ (Hüftschnupfen). Wörtlich übersetzt handelt es sich um eine flüchtige Hüftgelenksentzündung. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt, die Erkrankung tritt meist im Anschluss an Infektionen der Atemwege auf. Solche Atemwegsinfektionen kommen gerade bei Kleinkindern naturgemäß sehr häufig vor. Bei der „Coxitis fugax" kommt es zu einer Entzündung der Gelenksschleimhaut des Hüftgelenks (Synovitis). Eine entsprechende Untersuchung zeigt, dass die Beweglichkeit im betroffenen Hüftgelenk eingeschränkt ist, das heißt, vor allem die Außendrehung des Gelenks ist beeinträchtigt. Mittels Ultraschall kann auch ein Gelenkserguss nachgewiesen werden. Ich empfehle daher, beim Auftreten der oben genannten Beschwerden, Ihren Enkelsohn sofort bei Ihrem Kinderarzt untersuchen zu lassen, der die entsprechenden diagnostischen Maßnahmen setzen wird. In der Regel besteht die Therapie in einer Entlastung des Gelenks (Bettruhe) und der Gabe von milden Entzündungshemmern (Ibuprofen-Saft o.ä.). Wichtig ist, dass die Beschwerden innerhalb einiger Tage wieder verschwunden sein müssen, andernfalls muss an andere schwerwiegendere Erkrankungen der Hüfte gedacht werden. Dazu gehört vor allem der Morbus Legg - Calvé - Perthes, eine aseptische Knochennekrose des Hüftkopfes, die einer chirurgischen Intervention (Entlastung und eventuell Operation) bedarf. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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