Dr. André Golser *) FA für Kinder- und Jugendheilkunde, Salzburg
F: Kürzlich hatte meine vierjährige Tochter starkes Nasenbluten. Wie helfe ich ihr am besten in dieser Situation? A: Ihre Tochter sollte sitzen, den Kopf etwas vorbeugen und durch den Mund atmen. Eine kühle Kompresse im Nacken oder auf der Stirn verringert reflektorisch die Durchblutung der Nasenschleimhaut. Drücken Sie nun 5 – 10 Minuten mit Daumen und Zeigefinger die Nasenflügel zusammen. Blutiger Speichel soll in eine bereitgestellte Schüssel gespuckt werden, da Blut im Magen rasch zu Übelkeit und Erbrechen führt. Ist die Blutung nach 10 Minuten nicht gestillt, wiederholen Sie das Zusammendrücken der Nasenflügel. Dauert die Blutung länger als 20 Minuten, benötigen Sie ärztliche Hilfe. Ist die Blutung gestoppt, können Sie die Nasenregion vorsichtig mit einem feuchten Wattebausch reinigen. Nasenbluten ist bei Kleinkindern meist harmlos. Eine Abklärung beim Kinderarzt ist aber in folgenden Fällen anzuraten: Bei wiederholtem Bluten, wenn gleichzeitig kleine Haut- oder Zahnfleischblutungen aufgetreten sind, bei bekannter Grunderkrankung (bes. Bluthochdruck), bei Dauereinnahme von Medikamenten oder wenn nach einer Verletzung des Kopfes wässrig–blutiges Sekret aus der Nase entleert wird. Nach einer Blutung sollte die Nase für zwei Stunden nicht geputzt werden, bei Kleinkindern die Fingernägel kurz halten und Nasenbohren möglichst vermeiden. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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