Dr. Rudolf Schmitzberger *)
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Schwerpunkt Atemwegserkrankungen und Allergien, Wien
F: Ich habe meine 14-jährige Tochter beim Rauchen erwischt. Was soll ich tun?
A: Österreich ist weltweit eines der Länder mit dem höchsten Anteil an jugendlichen Rauchern. Trotzdem funktioniert der erhobene Zeigefinger über die drastischen Folgen des Rauchens bei Jugendlichen kaum. Aus Erfahrung mit Schulprojekten weiß ich aber, dass positive Motivationsansätze, zB. Slogans wie "Nichtrauchen ist cool" von den Jugendlichen sehr gut aufgenommen werden. Daher empfehle ich Ihnen, Ihrer Tochter nachstehende Denkanstöße zu geben:
Machen Sie Ihre Tochter z.B. auf optische negative Folgen des Rauchens aufmerksam, etwa die Gelbverfärbung ihrer Zähne, die vorzeitige Hautalterung oder das allmähliche Stumpfwerden der Haare oder etwa der schlechte Atem beim Küssen.
Helfen Sie Ihrer Tochter, nicht auf die verführerischen Slogans der Tabakindustrie hereinzufallen. Die "Gesunde Zigarette" gibt es nicht, egal ob bunte Zigarette, Light- oder Kräuterzigarette genannt. Entlarven Sie die Werbestrategie der Tabakindustrie, die die Rauchpausen als konstruktiv anpreisen. Insgesamt ist nämlich keine einzige positive Wirkung des Rauchens auf das Denkvermögen feststellbar. Nikotin erhöht nur kurzfristig die Konzentrationsfähigkeit, in jedem Zug ist aber auch das stark betäubende Kohlenmonoxid enthalten. Jede Pause der Entspannung erzielt diesen Effekt, es ist die Denkpause und nicht die Rauchpause, die uns nachher wieder kreativer sein lässt. Wenn Ihre Tochter etwa gerne Sport betreibt, so erklären Sie ihr, dass Rauchen und Sport einfach nicht zusammenpassen, da natürlich die Leistungsfähigkeit durch Rauchen sehr beeinträchtigt wird.
Vielleicht aber hilft es Ihrer Tochter, wenn Sie sie mit traurigen Fakten konfrontieren:
Rauchen tötet etwa 10.000 Österreicher/innen pro Jahr, mehr als Alkohol, Verkehrsunfälle, Gewaltdelikte und AIDS zusammen. Passivrauchen alleine ist jene Luftverschmutzung, der in Österreich die meisten Menschen unfreiwillig zum Opfer fallen, es verursacht mehr Krebsfälle als alle Abgase von Kraftfahrzeugen, Industrie und Heizanlagen zusammen.
Sie als Eltern können zusätzlich positiv zum Umdenken Ihrer Tochter beitragen, indem Sie jegliche Aktionen, wie Forderung nach Rauchfreiheit in Lokalen, unterstützen und selbst – als bestes Vorbild – nicht rauchen.
*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde