Primar Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl *) Abt. für Kinder u. Jugendliche, LKH Leoben-Eisenerz
F: Stimmt es, dass das Risiko des „Plötzlichen Säuglingstodes" (SIDS) durch die Verwendung eines Schnullers gesenkt werden kann? A: Ja, mehrere internationale Studien haben tatsächlich gezeigt, dass die regelmäßige Verwendung eines Beruhigungsschnullers im Säuglingsalter das Risiko für den plötzlichen Säuglingstod (SIDS) senken kann. Was genau die Schnullerverwendung dabei bewirkt, ist bisher unklar, wie überhaupt die Ursache des plötzlichen Säuglingstodes trotz intensiver Forschung nach wie vor nicht definitiv geklärt werden kann. Für die Schnullerverwendung sollten einige Richtlinien beachtet werden: Der Schnuller sollte erst verwendet werden, wenn das Stillen schon gut etabliert ist (in der Regel ab der 3. bis 4. Lebenswoche). Wenn Sie einen Schnuller verwenden, sollte dieser zu jedem Schlaf gegeben werden. Verliert das Baby den Schnuller (im Schlaf durchschnittlich nach 12 Minuten!), sollte er aber nicht in den Mund zurückgesteckt werden. Manche Säuglinge lehnen den Schnuller ab, diese sollte man auf keinen Fall zum Schnuller „zwingen". Verwenden Sie den Schnuller nur zum Einschlafen bzw. wenn Ihr Baby danach verlangt (Unruhe, Saugbedürfnis), nicht rund um die Uhr. Ab dem 2.Lebensjahr sollten Sie mit dem Abgewöhnen beginnen, spätestens mit 3 Jahren sollte Ihr Kind dann schnullerfrei sein. Der Schnuller ist übrigens nur einer der Faktoren, die das SIDS-Risiko reduzieren können. Mindestens ebenso wichtig sind die richtige Schlafposition (Rückenlage im Schlaf!), die richtige Bekleidung und Raumtemperatur (Vermeidung von Überwärmung, Raumtemperatur 18-20°, Schlafsack statt Decke), Vermeidung jeglicher Nikotinbelastung und elterliche „Nähe". Details dazu finden Sie unter www.sids.at. *) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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