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Ziegenpeter
Hilbe Dr. Wolfgang Hilbe *)
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Dornbirn


F: Kürzlich hörte ich von einer Kinderkrankheit mit dem Namen "Ziegenpeter". Was versteht man darunter?


A: "Ziegenpeter" ist ein volkstümlicher Ausdruck für Mumps.
Mumps ist eine Infektionskrankheit. Der Mumpsvirus kommt weltweit vor. Er befällt nur den Menschen. Die Viren sind hoch ansteckend und werden als "Tröpfcheninfektion" über den Speichel übertragen. Die Inkubationszeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt 16-18 Tage. Es kommt zu einer Entzündung der Ohrspeicheldrüse ein- oder beidseitig mit entsprechender meist schmerzhafter Schwellung. Vom Virus befallen werden aber auch Schilddrüse, Brustdrüsen, Bauchspeicheldrüse, Hoden und Eierstöcke. Auch das Innenohr und die Gelenke können betroffen sein.

Eine mögliche Komplikation ist deshalb der Hörverlust. Manchmal kommt es auch zu einer Gehirnhaut- oder Gehirnentzündung. Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse führt meist zu Bauchschmerzen. Ungefähr 30% der jungen Männer oder Erwachsenen leiden an einer Hodenentzündung im Verlauf einer Mumpserkrankung. Diese ist sehr schmerzhaft und kann manchmal zur Sterilität führen. Eine Mumpsinfektion in den ersten Schwangerschaftsmonaten kann zu einer Fehlgeburt führen. Auch wenn keine der erwähnten Komplikationen auftritt, leiden die Erkrankten meist beträchtlich unter Schmerzen und unter der kosmetisch störenden Wangenschwellung.

Daher empfehle ich, Kinder ab dem zweiten Lebensjahr und alle Jugendlichen und Erwachsenen, die noch nicht geimpft sind und die Krankheit nicht durchgemacht haben zweimal zu impfen. Bei Unklarheit können nach einer Blutabnahme auch die Antikörper bestimmt werden. Für den Erkrankten gibt es als Therapie nur die Möglichkeit der Schmerzbekämpfung.

Nach der durchgemachten Erkrankung, aber auch nach der Impfung kommt es in der Regel zu einer lebenslang anhaltenden Immunität.

*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 8.5.2007 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008