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Neurodermitis, Univ.-Prof.Dr.Stögmann
Stoegmann Prim. Univ.-Prof. Dr. Walter Stögmann *)
Gottfried von Preyer’sches Kinderspital Wien


F: Ich erwarte in zwei Monaten mein erstes Kind. Da viele Kinder an „Neurodermitis" leiden, wüsste ich gerne, was man darunter eigentlich genau versteht.


A: Neurodermitis ist eine Ekzemkrankheit, die durch eine vererbte Anlage zur Allergieneigung entsteht. Die Allergie betrifft dabei häufig Nahrungsmittel, selten auch inhalierte Partikel, wie etwa Hausstaub oder Pollen.

Neurodermitis tritt häufig im ersten Lebensjahr auf, nicht selten im Rahmen einer Kuhmilch-Allergie, vor allem bei Babys die nicht oder nur kurz gestillt wurden. Allerdings ist eine Neurodermitis auch bei gestillten Kindern möglich, und manche Kinder erkranken erst im Schulalter oder in der Pubertät an diesem Ekzem.

Typische Zeichen einer Neurodermitis sind rote, nässende Flecken oder auch trockene, verdickte Hautpartien und vor allem ein starker Juckreiz.

Das Ekzem, das in der Regel in Schüben verläuft, tritt bei Säuglingen vorwiegend im Gesicht und Brustbereich auf, bei Klein- und Schulkindern in den Beugen der Arme und Beine und am Hals, in schweren Fällen kann auch der ganze Körper betroffen sein.

Wenn Sie in absehbarer Zeit Ihr erstes Kind erwarten, so empfehle ich Ihnen, Ihr Baby nach Möglichkeit mindestens sechs Monate lang zu stillen und erst dann mit der üblichen Beikost zu beginnen. Bei einer bekannten Allergieneigung in der Familie sollten Sie auch versuchen, die Ursache (das Allergen) von vornherein auszuschließen. Das heißt, achten Sie auf eine möglichst allergenarme Wohnung (keine Hausstaubmilben) und halten Sie keine Tiere in der Wohnung.

Bei einer tatsächlichen Erkrankung an Neurodermitis kann Ihnen ihr Kinderarzt gut wirksame Ölbäder und spezielle Salben verschreiben.


Dieser Artikel wurde bereits als Pressetext in der Kategorie "Die Ganze Woche - Österreichs Kinder- und JugendärztInnen beantworten Leserfragen", Artikel aus dem Jahr 2004, publiziert, zu sehen unter Neurodermitis.


*) Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 21.10.2004 | Zuletzt bearbeitet am 27.12.2009