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Fieber und Schmerzen: Was tun?
Fieber

Eltern-Ratgeber
Liebe Eltern,

Sie kennen das: Eben tobte Ihr Kind noch fröhlich herum und von einem Moment auf den nächsten bringt ihm das Spielen keinen Spaß mehr und es will auf Mamis oder Papis Arm. Das Fühlen der Stirn bestätigt schnell, was Sie bereits gehant haben: Das Kind hat Fieber.

Was ist zu tun bei Fieber und Schmerzen? - Diese Broschüre soll Ihnen helfen, die Symptome richtig einzuschätzen und gibt nützliche Tipps zur Behandlung von Fieber und Schmerzen. Das Ziel hierbei liegt auf der Hand: Ihr Kind soll so schnell wie möglich wieder gesund werden!

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Fieber: Eine heiße Angelegenheit

Die normale Körpertemperatur bei Kindern liegt zwischen 36,5°C und 37,5°C. Schwankungen in diesem Bereich sind z.B. auf intensives Toben oder Ähnliches zurückzuführen und unbedenklich. Nicht jede Temperatur über 37,5°C wird in der Medizin als Fieber bezeichnet. Die folgende Tabelle soll Ihnen eine Hilfestellung zur Einschätzung der gemessenen Körpertemperatur geben:

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Fieber muss gemessen werden

Neben dem klassichen (Digital-)Fieberthermometer gibt es noch weitere Alternativen, die die Temperaturkontrolle erleichtern sollen. alle haben dabei ihre Vor- und Nachteile. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten, welches Thermometer für Ihr Kind in Frage kommt.


Digitalthermometer: Ist quecksilberfrei und bruchsicher; die Lebensdauer des elektronischen Messfühlers ist aber auf ca. 2 Jahre begrenzt.
Wo wird gemessen: Po, Mund, Achsel.

Glasthermometer: Hält im Gegensatz zum digitalen Pendant ein Leben lang - vorausgesetzt; es fällt nicht runter; es enthält Quecksilber oder gefärbten Alkohol.
Wo wird gemessen: Po, Mund, Achsel.

Infrarot-Ohrthermometer: Misst sekundenschnell; eine exakte Handhabung ist hier aber erforderlich, die nur mit der neuesten Generation gewährleistet ist.
Wo wird gemessen: Ohr.

Schnullerthermometer: Das schlafende Kind braucht nicht geweckt werden, es wird jedoch von vielen Kindern nicht angenommen, da es relativ lang im Mund behalten werden muss.
Wo wird gemessen: Mund.

Stirn-/Schläfenthermometer: Misst sekundenschnell und digital; setzt aber eine genaue Handhabung voraus und ist daher oft ungenau.
Wo wird gemessen: Stirn, Schläfen

Streifenthermometer: Einfache Anwendung; ungenaue Messwerte, daher nur für eine erste Einschätzung geeignet.
Wo wird gemessen: Stirn.

Generell ist die Messung im Mund oder Po am besten geeignet. Dabei sollte beachtet werden, dass sich das Thermometer bei der Temperaturkontrolle im Mund direkt unter der Zunge befindet. Bei rektaler Messung verwenden Sie Cremes wie Vaseline, um die Einführung des Thermometers für das Kind so angenehm wie möglich zu gestalten.

Fieber ist ein Symptom und nicht ohne Nutzen

Erhöhte Temperatur ist die wichtigste Alarmanlage des kindlichen Körpers. Trägt er Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien in sich, wird die Produktion von körpereigenen, hitzeauslösenden Stoffen (so genannten Pyrogenen = fieberauslösenden Substanzen) erhöht, das Gehirn empfängt das Signal "feindlicher Eindringling" und aktiviert das Immunsystem. Der Stoffwechsel und die Durchblutung laufen auf Hochtouren, wodurch die Körperzellen besser mit Blut und Sauerstoff versorgt, Krankheitserreger bekämpft und Schadstoffe schneller "weggeschwemmt" werden. Außerdem wird die Produktion von so genannten Antikörpern gesteigert, um noch effizienter gegen die Erreger vorzugehen. Bis zu einem gewissen Gerad ist die erhöhte Temperatur also für den Organismus durchaus nützlich und hilfreich.

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Fieber: Muss es immer behandelt werden?

Fieber sollte immer ernst genommen werden - insbesondere bei Kleinkindern. Es erfüllt zwar bei der Bekämpfung eines Infektes einen Sinn, Sie erspyaren Ihrem Kind aber unnötiges Leiden, wenn Sie früh etwas gegen das Fieber unternehmen und die Genesung unterstützen. Wenn die Temperatur sehr schnell ansteigt, das Fieber länger andauert oder weitere Symptome hinzukommen, sollte dringend der Kinderarzt aufgesucht werden.

Fieber senken - aber wie?

1. Kühlende Hausmittel Wadenwickel, Waschungen und Abkühlungsbäder mit lauwarmem Wasser unterstützen (zumindest bei leichtem Fieber) die Abgabe der Körperwärme über die Haut, wodurch das Fieber gesenkt wird. Wenn die Waden Ihres Kindes kühl sind, ist das ein Zeichen dafür, dass der Körper noch nicht bereit ist, Wärme über die Haut abzugeben - der Wadenwickelt nützt dann nichts. Bei Säuglingen ist vom Einsatz von Wadenwickeln prinzipiell abzuraten, da ihre Hautoberfläche an den Beinen zu gering ist, als dass der gewünschte Effekt überhaupt einsetzen kann.
Wenn das Fieber mit allen physikalischen Methoden nicht zu senken ist, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

2. Medikamentöse Hilfe Ab einer Körpertemperatur von ca. 38,5°C wird üblicherweise eine medikamentöse Fiebersenkung empfohlen - bei Kindern, die zu Fieberkrämpfen neigen, sogar schon ab 38,0°C - da die hohe Temperatur dann mehr schadet als hilft. Zu den bekanntesten Antipyretika, die in der Apotheke angeboten werden, zählen die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol. Beide senken das Fiber und wirken schmerzstillend. Hierbei tritt die fiebersenkende Wirkung von Ibuprofen schnell ein: Bereits innerhalb von 30 Minuten sinkt die Temperatur messbar und vor allem lang anhaltend (bis zu 8 Stunden). Ein weiterer Vorteil von Ibuprofen ist die dreifache Wirkung: fiebersenkend, schmerzstillend und entzündungshemmend.
Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bei der Auswahl des geeigneten Medikaments beraten - er wird Ihnen gerne weiterhelfen.

Folgende "heiße" Tipps sollen Ihnen eine kleine Hilfestellung zur Behandlung Ihres fiebernden Kindes geben:

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Wenn das Fieber zum Krampf wird....

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Fieberkrämpfe treten infolge eines raschen Temperaturanstiegs auf und können grundsätzlich jedes Kind betreffend. Bei einigen Kindern liegt aber auch eine angeborene Bereitschaft vor, die die Entstehung eines solchen Krampfes begünstigt. Am häufigsten sind Kindern zwischen 6 Monaten und 5 Jahren betroffen. Ein Fieberkrampf sieht oftmals viel schlimmer aus als er in Wirklichkeit ist - er muss lediglich richtig behandelt werden, dann gilt er als ungefährlich.

Bei einem Krampfanfall verdreht das Kind typischerweise die Augen oder hat einen starren Blick. Unter Umständen hälft es den Atem an oder atmet gepresst. Einzelne Gliedmaßen oder der gesamte Körper beginnen rhythmisch zu zucken. In einigen Fällen wird das Kind bewusstlos und ist nicht ansprechbar. Nach dem Krampf erschlafft der Körper und das Kind kommt langsam wieder zu sich. Sollte der Krampf lägner als einige Minuten andauern oder wiederholt auftreten, muss ein Notarzt gerufen werden.

Folgende Punkte sollten bei einem Fieberkrampf beachtet werden:
  • Die Kleidung Ihres Kindes sollte möglichst gelockert werden.
  • Am besten wird es ins Bett oder auf den Boden gelegt, damit es
    sich nicht verletzt.
  • Auf keinen Fall darf das Kind geschüttelt werden, da es sonst zu soge-nannten Schütteltraumata im hoch empfindlichen Kinderhirn kommen kann.
  • Kühlende Maßnahmen sind generell ratsam, wobei Zug vermieden
    werden sollte.
  • In jedem Fall muss nach einem Fieberkrampf der Arzt aufgesucht 
    werden, um Ursachen zu klären und mögliche Risiken auszuschließen.
Autsch, das tut weh!

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Fieber und Schmerzen gehen bei Kindern oftmals Hand in Hand. Aber auch Kopfschmerzen (ohne Fieber), die durch Schulstress, Reizüberlastung, Fehlsichtigkeit, Schlafmangel oder Verspannungen auftreten, sind keine Seltenheit. Und nicht nur das: Auch Migräne ist kein Einzelfall; bis zu 12 % der Kinder mit 15 Jahren leiden bereits darunter.

Je kleiner die Patienten sind, desto schwieriger ist es zu erkennen, wo es genau weh tut, denn es ist ihnen (meist bis zum 6. Lebensjahr) nicht möglich, den Schmerz genau zu lokalisieren. Folglich ist "Bauchweh" ein Sammelbegriff für jegliche Art von Schmerzen.

Hier sehen Sie auf einen Blick woran Sie außerdem erkennen können, das Ihr Kind unter Schmerzen leidet:

  • Allgemeiner Unmut,Weinen oder Stöhnen
  • Appetitlosigkeit bis hin zur Verweigerung der Nahrung
  • Abwehren von Berührungen
  • Schonhaltung
  • Auffallende Blässe
und spezielle bei Kopfschmerzen:

  • Ihr Kind fasst sich häufig an den Kopf oder an die Stirn
  • Es leidet an Schlaflosigkeit
  • Manche Kinder sind besinders lichtempfindlich
  • Bei kleinen Migränepatienten kommen Übelkeit und Erbrechen sowie Schwindel und Augenflimmern hinzu
In jedem Fall sollten Sie die Schmerzen Ihres Kindes ernst nehmen, denn sie kommen nicht von ungefähr und sind immer ein Anzeichen für eine Erkrankung.

Die häufigsten schmerzhaften Erkrankungen bei Kindern sind Infektionen (u.a. Hals- oder Mittelohrentzündung), kleine Unfälle oder Kopfschmerzen. Bei Mädchen in der Pubertät kommen dann oft noch typische Menstruationsbeschwerden hinzu.

Falls Ihr Kind wiederholt über Kopfschmerzen klagt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen zu klären und eine eventuell chronische Erkrankung auszuschließen. Übrigens: Bei Kindern mit Migräne ist ein Kopfschmerztagebuch ratsam, um den Verlauf der Krankheit besser im Blick zu haben und dem Arzt umfassende Auskunft über Dauer, Häufigkeit und Art der Schmerzen geben zu können.

Leidet Ihr Kind an akuten Kopfschmerzen, können bereits folgende leichte Maßnahmen hilfreich sein:

  • Gehen Sie mit Ihrem Kind raus an die frische Luft oder sorgen Sie zumindest für eine konstante Frischluftzufuhr 
  • Lassen Sie Ihren Sprössling schlafen, wann immer er müde ist. Dann kann sich der kleine Körper von den Strapazen erholen und wird schneller gesund.
  • Sorgen Sie für ein abgedunkeltes Zimmer - am besten bei vollkommener Reizabschirmung; von Fernsehen z.B. ist in der Regel abzuraten.
  • Kalte Kompressen auf Stirn und nacken des kleinen Patienten verschaffen angenehme Kühlung.
  • Verwöhnen sie Ihr Kind mit einer sanften Nackenmassage - das ist nicht nur angenehm, sondern kann auch helfen, eventuelle Verspannungen zu lösen.
Mittelohrentzündung: Wenn's im Ohr sticht

Die Mittelohrentzündung (Otitis media) ist für viele Kinder in den ersten Lebensjahren ein typischer, wenn auch unliebsamer Begleiter. Meist kündigt sich die häufigste schmerzhafte (Kinder-)Krankheit durch ein leichtes Stechen im Ohr an, das sich dann mit der Zeit zu einem geröteten, entzündeten Mittelohr (begleitet von Fieber) ausweiten kann. Normalerweise klingt die Entzündung nach etwa einer Woche wieder ab.

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Insbesondere bei Babys ist eine Mittelohrentzündung manchmal gar nicht so leicht festzustellen. Es ist daher wichtig, die Merkmale zu kennen, die einen Hinweis darauf geben können:

  • Ihr Kind fasst sich ständig ans Ohr, dreht den Kopf unruhig hin und her. 
  • Es liegt bevorzugt auf einer (der schmerzenden) Seite und schreckt nachts wegen der stechenden Schmerzen aus dem Schlaf hoch.
  • Bei kleineren Kindern können noch andere Symptome wie Übelkeit und Erbrechen hinzukommen.
In jedem Fall gilt: Hat Ihr Kind Ohrenschmerzen ode Sie auch nur den Verdacht darauf, sollten Sie zum Arzt gehen; denn eine frühzeitige Behandlung kann ihm unnötige Schmerzen ersparen und eventuelle Komplikationen vermeiden.

Halsschmerzen: Wenn's im Rachen kratzt und brennt

Meist sind Halsschmerzen auf eine durch Viren und Bakterien hervorgerufene Infektion der oberen Atemwege zurückzuführen. Die Mandelentzündung z.B. steht ganz oben auf der Liste der entzündlichen Infektionskrankheiten bei Kindern.

Sie kündigt sich klassischerweise mit hohem Fieber bis über 40,0°C an, wobei erfahrungsgemäß noch weitere Anzeichen (z.B. Kopf- und Gliederschmerzen) hinzukommen. Die Mandeln schwellen daraufhin an und sind stark gerötet. In gewissem Maße hat das sogar - ebenso wie Fieber - durchaus einen Sinn: Geschwollene und entzündete Mandeln sind die körpereigene Abwehr gegen Eindringlinge wie Bakterien.

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Hier einige Tipps, wie Sie sich bei Entzündungen und damit einhergehenden Schmerzen Ihres Kindes verhalten sollten:

  • Bei den ersten Anzeichen ist rasches Handeln gefragt: Bringen Sie den kleinen Patienten zum Arzt, um eine mögliche bakterielle Infektion schnell gezielt zu behandeln.
  • Insbesondere am Abend ist die Ruhepause für das Kind besonders wichtig. Schlaf sorgt für Erholung und erleichtert den Heilungsprozess.
  • Bieten Sie Ihrem Kind Suppen und Kartoffelpüree (nicht zu heiß!) an - diese Gerichte sind bliebt und haben sich bei Mandelentzündungen bewährt. Und: Köstliche Eiscreme spendet Trost und verschafft Kühlung.
  • Auch wenn Ihr Sprössling bereits wieder gesund ist, führen Sie die verordnete Behandlung mit z.B. Antibiotika unbedingt zu Ende, um das Rückfallrisiko zu verringern.
  • Um die Ansteckungsgefahr zu umgehen, schicken Sie Ihr Kind nicht zu früh wieder in die Krabbelgruppe, den Kindergarten oder die Schule.
  • Stärken Sie das Immunsystem Ihres Kindes. Insbesondere im Winter bedeutet das: ausreichend Vitamine, Bewegung an der frischen Luft, aber bitte immer gut verpackt in Handschuhen, Schal und Mütze.
Tritt die Entzündung häufiger auf, müssen die Mandeln möglicherweise operativ entfernt werden. Aber keine Sorge - eine Mandel-Operation ist kein großer Eingriff und nichts, wovor man Angst haben müsste!

Wenn die Hausmittel versagen......

Falls alle diese Maßnahmen bei Fieber, Schmerzen oder Entzündungen nicht mehr helfen, unterstützen Sie die Genesung Ihres Kindes mit einem geeigneten Medikament. Lassen Sie sich bei der Auswahl vom Kinderarzt beraten. Sie sollten sich zusammen für das Präparat entscheiden, das
100%ig alle folgenden Punkte gleichermaßen erfüllt. Ert deann können Sie sicher sein, die richtige Wahl für Ihr Kind getoffen zu haben:

  • schneller Wirkeintritt und gute Verträglichkeit
  • ausreichend lange Wirkung (erst dann findet Ihr Kind erholsamen und gesndheitsfördernden Schlaf!)
  • fiebersenkende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung
  • kindgerechte Arzneimittelform, d.h. zucker- und farbstofffreie Medikamente sowie eine spielend leichte Anwendung
  • genaue und sichere Dosierung, die das Alter und das Körpergewicht Ihres Kindes berücksichtigt
  • sicherer Schutz vor Überdosierung
Der Wirkstoff Ibuprofen

Ibuprofen hat eine ausgeprägte schmerzstillende, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung. Studien bei Kindern ab 3 Monaten belegen, dass Ibuprofen sehr gut verträglich und sicher ist.

Für Kinder ab 3 Monaten eignet sich der Ibuprofen-Fiebersaft. Dank der beigefügten Dosierspritze ist die Verabreichgung sicher und unkompliziert - auch die Medikamentengabe im Liegen ist möglich. Der Fiebersaft schmeckt angenehm nach Orange und setzt den Wirkstoff schneller frei als eine Tablette.

Für den Fall, dass Ihr kind durch Fieber benommen ist und nicht schlucken kann, gibt es Ibuprofen-Zäpfchen für Kinder ab 12,5 kg Körpergewicht (ca. 2 Jahre).

NurofenR Dragees (Wirkstoff Ibuprofen) sind für Kinder ab 12 Jahren geeignet.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.nurofen.at

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bei der Auswahl des geeigneten Medikaments beraten - er wird Ihnen gerne weiterhelfen.

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Wir wünschen Ihrem Kind gute Besserung und Ihnen eine ruhige Zeit!



    Ist eine allabendlich erhöhte Temperatur zwischen 37 und 38 Grad ein Grund zur Sorge, wenn sich das Kind sonst wohlfühlt und Harn- bzw. Blutwerte in Ordnung sind? Sollte man deshalb auf eine Zeckenimpfung verzichten?

    Fieber stellt beim Kind selten ein ernstes Gesundheitsproblem dar. Es signalisiert nur, dass das Immunsystem arbeitet und den Körper vor Infektionen schützt. Trotzdem soll man Fieber nicht ignorieren. Eine engmaschige Überwachung des Kindes unter Beiziehung des Facharztes für Kinder- und Jugendheilkunde ist unbedingt nötig, wenn das Kind jünger als 3 Monate ist, benommen ist, schwer atmet, eine Nackensteifigkeit aufweist, einen Ausschlag hat, bei Fieberkrampf, das Fieber über 40 Grad steigt oder trotz Therapie innerhalb von 2 bis 3 Tagen nicht sinkt. Da sich aber das Kind wohlfühlt und auch die Untersuchungen unauffällig waren, ist die abendliche Temperatur zwischen 37 und 38 Grad als normal aufzufassen. Auch der Anstieg nach einer ersten Zeckenteilimpfung ist eine tolerierbare Reaktion, die man mit fiebersenkenden Zäpfchen therapieren kann. Deswegen dürfen weitere Impfungen nicht verzögert werden.

    ao.Univ.-Prof.Dr.Wilhelm Kaulfersch
    Ärztlicher Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH in Klagenfurt



    Was steckt dahinter, wenn Kinder häufig Fieber haben?

    Fieber an sich ist keine Krankheit sondern zeigt an, dass sich der Körper mit einer Krankheit auseinandersetzt. Die normale Körpertemperatur eines Kindes, im Popo gemessen, liegt zwischen 37,5 °C und 38 °C. Bis 38 °C spricht man von erhöhter Temperatur, darüber von Fieber und ab 39,5 °C von hohem Fieber. Fiebernde Kinder (Säuglinge unbedingt) sollten auf jeden Fall dem Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde vorgestellt werden. In den meisten Fällen sind Infekte die Ursache. Eine Blutuntersuchung gibt Auskunft, ob es sich um einen viralen oder bakteriellen Infekt handelt. Bakterielle Infekte (z.B. Angina) können gezielt und gut mit Antibiotika behandelt werden. Bei viralen Infekten (z.B. Grippe) hingegen nützen Antibiotika nicht, da Viren darauf nicht ansprechen. Es erhöht sich eher das Risiko von Resistenzen, d.h. kommt es später zu einem bakteriellen Infekt, wirkt das Antibiotikum möglicherweise nicht mehr. Virale Infekte (85% aller Fieberzustände bei Kindern) bessern sich meist binnen 2 bis 4 Tagen durch Ruhe und vermehrte Flüssigkeitszufuhr, bei einer Temperatur über 39 °C können fiebersenkende Mittel gegeben werden. Tritt keine Besserung ein, sollte der Arzt erneut hinzugezogen werden. Fieberzäpfchen wirken auch bei Schmerzen (z.B. Ohren, Zähne) und können deshalb großzügiger angewendet werden.

    Dr.Christoph Kubelka
    Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Völkermarkt

Erstellt am 29.5.2006 | Zuletzt bearbeitet am 19.1.2013