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Polio
Europa ohne Kinderlähmung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 21. Juni 2002 in Kopenhagen offiziell mitgeteilt, dass die Region Europa-Zentralasien als frei von übertragbarer Kinderlähmung (Poliomyelitis) erklärt worden ist. Dies ist ein Erfolg der seit 1988 laufenden Bemühungen zur weltweiten Ausrottung der Poliomyelitis durch die Impfung. Während 1988 noch 350.000 Erkrankungsfälle registriert worden sind, waren es zuletzt im Jahr 2001 weltweit nur mehr 537.Neben der generellen Durchimpfung aller Kinder musste in einer dreijährigen Beobachtungszeit in allen 51 Ländern dieser Region (mit 870 Millionen Einwohnern) der Nachweis erbracht werden, dass ein funktionierendes Meldesystem sowie diagnostische Einrichtungen zur Virusisolierung und ein wirksamer Aktionsplan für den Fall der Krankheitseinschleppung existieren.In den drei noch verbliebenen Regionen (Afrika, Östliche Mittelmeeregion und Südost-Asien) kommt Poliomyelitis noch in 10 Ländern vor, wobei 85% der Fälle in Indien, Afganistan, Pakistan, Nigeria und Niger, der Rest in Somalia, Sudan, Ägypten und Angola registriert worden sind. Die bisherigen Bemühungen waren vor allem durch die finanzielle Unterstützung der wirtschaftlich leistungsfähigen Länder (bes. USA, Japan u.a.), durch Rotarier international ($ 493 Millionen), Bill-Gates-Foundation u.a. möglich.Es besteht die begründete Hoffnung, dass (in Wiederholung der erfolgreichen Strategie zur Ausrottung der Pocken) innerhalb der nächsten Jahre die Poliomyelitis weltweit durch den universellen Einsatz einer gut verträglichen und wirksamen Impfung
verschwunden sein wird. Danach wird über die Impfstrategie der Zukunft beraten und beschlossen werden.

Prim.Univ.-Prof.Dr.Ingomar Mutz
Erstellt am 28.4.2004 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008