Pädiatrische Spezialbereiche
HOME >> Pädiatrische Spezialbereiche >> Infektiologie >> Schlangen- bzw. Kreuzotternbiss
Menü ausblenden
Login   Sitemap   Kontakt   Presse      Suche nach  
Schlangen- bzw. Kreuzotternbiss
Muss man sich in Österreich vor Schlangen schützen? Wie hilft man bei einem Schlangenbiss?
Schlangenbisse und daraus folgende Vergiftungen sind selten, kommen aber in der warmen Jahreszeit (Frühjahr bis Herbst) auch in Österreich immer wieder vor. In unseren Breitengraden findet man Schlangen (z.B. Kreuzotter oder Hornviper) überall, sogar bis in Höhen von 3.000 m. Eine lange Hose und geschlossene, feste Schuhe gehören zur Basis-Wanderausrüstung, sie bieten einen Grundschutz vor Schlangenbissen. Normalerweise flüchtet eine Schlange – gewarnt durch die Vibrationen des Bodens – wenn man sich ihr nähert. Überrascht man eine Schlange allerdings, wird sie sich aus einer natürlichen Reaktion heraus wehren und es kann passieren, dass sie zubeißt. Diese Bisse müssen nicht zwangsläufig zu einer Vergiftung führen, da die Schlange zur Abwehr weniger Gift abgibt als zum Töten eines Beutetieres. Sollte es zu einem Biss kommen, dann gilt es, vor allem Ruhe zu bewahren; nervöse Hektik kann zur schnelleren Verbreitung des Gifts im Körper beitragen. Man sollte die Bissstelle verbinden und den betroffenen Körperteil ruhig stellen (Arm in eine Schlinge legen, Bein schienen). Der Gebissene muss so rasch wie möglich ins Krankenhaus gebracht werden, wo weitere Schritte eingeleitet werden (wenn nötig: Gegengift-Behandlung). Auf keinen Fall darf man den betroffenen Körperteil abbinden, einschneiden oder den Biss aussaugen.

Prim.Dr.Karl Pallasmann
Vorstand der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, LKH Villach


Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen soll man im Fall eines Kreuzottern-Bisses setzen?
Kreuzottern werden in unseren Gegenden aufgrund der Zerstörung ihrer Lebensräume immer seltener. Sie beißen in der Regel nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Die meisten Vergiftungen nach einem Kreuzotternbiss verlaufen leicht. An der Bissstelle kommt es rasch zu einem schmerzhaften Ödem (Anschwellung) mit bläuli-cher Hautfärbung. Selten treten allgemeine Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auf. Äußerst selten kommt es zu lebensbedrohlichen Ödemen, schockartigem Kreislaufversagen und Bewusstlosigkeit. Als Erste-Hilfe-Maßnahme ist es zunächst sehr wichtig, den Patienten zu beruhigen. Er glaubt ja, eine lebensgefährliche Vergiftung erlitten zu haben. Der gebissene Körperteil muss immer ruhig gestellt werden (das Bein schienen, den Arm in eine Schlinge legen). Jegliches Abbinden, Einschnei-den oder Aus-schneiden der Bissstelle ist zu unterlassen, da da-durch die lokale Giftwirkung lediglich nur verstärkt werden könnte. Auch ein Aussau-gen der Bisswunde ist wenig sinnvoll, da dadurch die Wunde infiziert werden könnte. In jedem Fall ist ein Krankenhaus aufzusuchen, wo der Patient für ein bis zwei Tage überwacht werden muss. Eine Antiserumtherapie ist nur in schweren Fällen mit ausgeprägten Allgemeinsymptomen notwendig. Die Heilung eines Kreuzotternbisses verläuft in der Regel problemlos, das Ödem geht meist nach drei bis sechs Tagen zurück.

Univ.-Prof.Dr.Walter Stögmann
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien
Erstellt am 10.5.2004 | Zuletzt bearbeitet am 18.5.2009