Wenn Mädchen (häufig Kinder von Einwanderern aus südlichen Ländern) besonders früh zur Frau reifen, ihre Monatsblutung bekommen und sich dann über Verbote hinwegsetzen – wie soll man darauf reagieren?
Das Wichtigste ist in diesem Alter das Vertrauen in das Kind. Oft reifen Töchter von Einwanderern aus südlichen Ländern für die österreichische Umgebung zu früh zur Frau. Bestimmt interessieren sich dann auch Burschen schon für die Mädchen, obwohl sie den Eltern noch wie Kinder vorkommen. Die Mädchen stehen dazwischen und versuchen, es allen Recht zu machen. Das Interesse der Burschen schmeichelt ihnen, Meinungen aus dem Freundeskreis werden übernommen und gleichzeitig möchten sie die Regeln der Eltern nicht überschreiten. Deshalb sollten die Eltern auf alle Fälle ein offenes Gespräch führen: Sie sollten den Mädchen erklären, dass junge Männer vor allem Sexualität wollen und dass junge Mädchen sehr schnell verletzt werden können. Die Eltern sollten auch darauf hinweisen, dass die Bräuche im Heimatland oft anders sind: Dort wird auf Mädchen anders aufgepasst und die Jungfernschaft höher geschätzt. Bevormunden sollten die Eltern ihre Töchter aber dennoch nicht und trotzdem Vertrauen haben: Die Mädchen werden tun, was für sie das Beste ist.
Univ.-Prof.Dr.Peter Scheer Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Graz
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