Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es bei einem Harnwegsinfekt? Zuerst muss geklärt werden, ob eine angeborene Veränderung der ableitenden Harnwege vorliegt (Ultraschalluntersuchung, Blasenröntgen und Nuklearmedizinische Untersuchung). Wird z.B. eine gestaute Niere nachgewiesen, so kann der Harn entweder nicht regelrecht abfließen oder er fließt aus der Blase zurück in die Niere. Manchmal löst das Zurückfließen von Harn in die Niere einen fieberhaften Harnwegsinfekt aus. Gerade beim Säugling sollte in diesem Fall rasch eine antibiotische Therapie eingeleitet werden, weil sonst das Nierengewebe geschädigt werden kann. Sollte sich keine Besserung einstellen (hohe Ausheilungsrate beim Säugling), so besteht die Möglichkeit im Rahmen einer Blasenspiegelung, mit einer speziellen Technik, die Abdichtung der Harnleitermündungstellen ohne Operation durchzuführen. Die hergestellte Ventilfunktion verhindert das schädliche Zurückfließen des Harns in die Nieren. In schwereren Fällen ist eine operative Neueinpflanzung des Harnleiters unumgänglich. Liegt eine Abflussbehinderung bei verengten ableitenden Harnwegen vor, muss diese auch durch einen chirurgischen Routineeingriff behoben werden.
Prim.Univ.-Prof.Dr.Alexander M. Rokitansky Vorstand der Kinderchirurgischen Abteilung im SMZ-Ost Donauspital in Wien
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