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Kids zwischen Kommerz, Sucht und dem Versuch, einfach Kids zu sein
Originalmanuskript zur Publikation für die Zeitschrift des Landesverband für Psychotherapie Nr 16, 2002

Die Kinderkulturszene:

Kids zwischen Kommerz, Sucht und dem Versuch, einfach Kids zu sein

Einleitung:

Als Projektleiterin zweier Kinderkulturprojekte des Kinderkulturprogramms Minicosmos im Intendanzprogramm der europäischen Kulturhaupthauptstadt Graz 2003 möchte ich im Kreise der Psychotherapeuten unserer Stadt hiermit eine Diskussion entfachen, durch die mir möglicherweise das Motiv der Berufsschädigung nachgesagt werden könnte. Dies ist sicher nicht die primäre Absicht dieses Artikels, obschon mir eine durchaus leise Kritik am Umgang mancher Erwachsener mit dem Produkt Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie zu entlocken wäre.

Egal, nach 20 Jahren Kinder- und Jugendlichentherapie darf ich mir vielleicht doch erlauben zu hinter fragen, ob unsere erlernten Methoden der psychotherapeutischen Hilfestellung für Kinder- und Jugendliche denn heute noch adäquat sind, bez. ob es nicht doch an der Zeit ist, den Begriff der psychotherapeutischen Unterstützung etwas weiter zu stecken als dies in den Therapieschulen unterrichtet wird und weiter als dies Jugendämter und zuweisende Kollegen vielleicht auch wünschten.

Hauptteil:

Das Produkt Einzelpsychotherapie wie auch Familientherapie kann in etwa 10 % der wegen psychologischen Problemen im Rahmen einer kinderärztlichen Ambulanz vorgestellten Fälle „verkauft werden". Marketingmässig bedeutet dies, daß nur bei 10 % der vorgestellten Jugendlichen mit Problemen oder der Eltern, die wegen ihrer jugendlichen Kinder Hilfestellung suchen, auch bei professioneller Ermutigung, Beratung und Information die Indikation für eine Psychotherapie im engeren Sinne vermittelt werden kann. Diese Zahl ist deswegen so klein, da einerseits im Kindes- und Jugendalter der Kunde selten das vorgestellte Kind selbst ist, sondern eine Begleitperson, meist ein Elternteil, welcher die kindliche Motivation meist vermindert und andererseits die Compliance für Weiterzuweisung an eine andere Behandlungsstätte wie beispielsweise die Praxis niedergelassener Kollegen minimal ist und für die meisten Familien nach dem Aufraffen nun endlich doch "etwas zu tun" eine fast unüberwindlich scheinende Hürde darstellt. Auch hundert Jahre nach der Erfindung der Psychoanalyse scheint ein Grossteil der Bevölkerung am liebsten doch "ein Pulver" für das Problem ihres Kindes verschrieben bekommen zu wollen, auch wenn das Problem ganz klar und eindeutig als nicht somatisches, nicht körperliches Symptom geschildert und erkannt wird. Dies betrifft jedenfalls die im Rahmen einer großen klinischen Ambulanz und Station vorgestellte Inanspruchnahmepopulation. Es sind die seltenen Vögel, welche die Glücksmomente im Klinikalltag des in der Institution arbeitenden versteckten Psychotherapeuten ausmachen, die selbst sagen: „Ich/bez. mein Kind möchte Einzel- oder Familientherapie, bitte nennen sie uns einen geeigneten Therapeuten und klären sie uns über etwaige bürokratische Formalitäten auf." Dies kommt vor, es ist nur eben eher selten.

Das viel häufigere Szenario sind tägliche Szenen wie die, welche in der folgenden Vignette skizziert wird:

11 Uhr, ein Anruf, ein junger Mann, sehr aufgeregt, offensichtlich im Reinigungsdienst unserer Klinik angestellt, erzählt mir, daß er eine 16 jährige Bekannte aus der Südsteiermark habe, die nun endlich heute bereit sei, Hilfe anzunehmen. Ob sie deswegen eben heute gleich jetzt kommen könne. Wer weiß, ob sie es sich sonst nicht anders überlegen würde. Das Problem sei eine Bulimie, aber sie sei eben grad erst heute bereit, und soviel er wisse, wahrscheinlich sogar in der Nähe. Obschon mich der im Psychojargon geläufige Ausdruck: „bereit sein, Hilfe anzunehmen" eher abstieß, war der Anruf erfrischend; der junge Mann wirklich sehr aufgeregt, wie einer, der grad vor einem brennenden Haus steht und seine Chance sieht einen anderen Menschen vor dem sicheren Tod zu erretten. Sein Eifer schien mich mitzureißen, obschon dies wahrlich nicht sonst meine Art war. Bevor ich wirklich nachdenken konnte, hörte ich mich sagen; also entweder gleich bis 1, oder morgen um 11 Uhr. Kaum gesagt, dachte ich wie blöd ich doch sei, bereite junge Bulimikerinnen gäbe es schätzometrisch in diesem Augenblick sicherlich einige Tausend in unserer schönen Steiermark und ich sagte einfach, sie solle halt kommen. Kurz darauf, es war erst halb 1, als 2 junge Damen im Flur standen und offensichtlich nach mir fragten. Ohne Anmeldung, ohne Karte, einfach so. Schon die Vorstellung einer Bestellambulanz mit Dokumentations- und Verwaltungsritualen hätte die Beiden sofort wieder vertrieben. Ich sagte mir also, jetzt oder gar nicht.

Ich bat sie in unseren Ambulanzraum. Eine war sehr düster gekleidet und schien düster gestimmt, die andere, offensichtlich ihre Begleiterin frisch und offen zugetan. Ich bat beide in das Behandlungszimmer unserer Ambulanz, die Düstere fand, sie gehöre gar nicht hierher, die Offenere fand, sie sei ja wegen der Anderen da. Nach einem kurzen Gespräch, bei welchem ich beschloß auf die Dokumentation unserer Begegnung zu verzichten, stellte sich heraus, daß Natascha und Anke Zwillinge waren und beide seit den Sommerferien alleine in einer kleinen Wohnung in Graz lebten. Natascha meinte, sie fühle sich durch ständige Anrufe aus dem Elternhaus in ihrer Rolle als unfreiwillige Krankenschwester und Spionin der Krankheitssymptome ihrer Zwillingsschwester sehr überfordert. Deswegen seien sie jetzt da.

Langer Rede kurzer Sinn: das Projekt die „kranke" Anke hier zur Behandlung „abzugeben" und Zuhause eine erfolgreiche Mission melden zu können, scheiterte nicht zuletzt an meinem Widerstand, bei diesem geplanten Coup mitzuspielen. Ich kam mir etwas wie eine Agentin vor, die einen Hinweis bekommen hatte, und jetzt den Verbrecher mit dem gestohlenen Stoff überraschend zu überführen habe. Aber es fehlte mir für den Auftrag die für Agenten notwendige Identifikation mit der „richtigen" Seite, nämlich dem Gesetz. Die als Bulimikerin bezeichnete „Patientin" war nämlich keineswegs leidend, erst recht nicht Therapiebereit, liebte ihre Sucht und meinte, es sei momentan ihre einzige Möglichkeit aus der lückenlosen Kontrolle durch ihre Zwillingsschwester auszubrechen. Sie denke nicht an Behandlung und sehe nicht ein, etwas zu beenden, nur weil es andere störe. Sie lebten zusammen auf 25 m2, schliefen in einem Doppelbett und alles sei momentan unerträglich zwischen ihnen. Beide erlebten die jeweils Andere als die „Schwierige", die Nicht Erbrechende, also Symptomlose sich selbst jedoch auf alle Fälle als die Gesunde und deshalb auch im Recht.

Es entwickelte sich dann ein fast witziges Dreiecksgespräch, in welchem mein Versuch, Äquidistanz zu beiden zu halten, recht gut gelang und ich aus der düsteren Anke mehr und mehr Lächeln entlockte. Natascha dagegen war im laufe des Gespräches recht nachdenklich geworden und schien sich nicht mehr sicher, ob dieser Interventionsschritt nun richtig gewesen sei. Es war ganz klar, daß das erwartete Projekt, die Kranke hier stationär aufnehmen und behandeln zu lassen weder von Anke verfolgt, noch von mir suggeriert wurde. Das Ende unseres gemeinsamen Gespräches war die Bitte an Natascha, als Homework ihre Schwester in den folgenden 3 Wochen bis zum nächsten Gespräch, zu welchem beide gerne kommen wollten, zu versuchen mehr zu lieben und sein zu lassen und weniger zu kontrollieren. Anke, die als Bulimikerin bezeichnete gab ich kein Homework auf. Ende der Krisenintervention, Kontrolle in 3 Wochen. Dauer der Intervention 40 Minuten.

Interpretation:

Anke und Natascha waren klassische „Typen" unterschiedlicher Jugendkulturszenen. Das Symptom der Bulimie schien dazu da, eine späte Individuation als Zwillingspaar zu erzwingen, als sichtbarer Unterschied die Frage nach möglichen Identitätsunterschieden der sonst bis zur Pubertät äußerlich sehr ähnlichen Zwillingsschwestern zu verdeutlichen. Die eine hatte Fress- und Brechattacken, die andere versteckte die Schlüssel zum WC, um es verhindern zu versuchen. Anke war eher gruftig, etwas mürrisch, aber nicht inkooperativ unterwegs, mit Tattoos, Piercings, lange, schwarz gefärbte Haare über die Augen hängend, Friseurlehrling im 2. Jahr. Ziemlich no futuremässig, nein, sterben wolle sie nicht aber ihr Körper gehe die anderen doch nichts an. Rauchen ja, Trinken eher nein, Brechen auf alle Fälle, denn sie wolle ja ihre Figur halten. Sie halte aber einfach diese Kontrolle von Außen, die von ihrer Familie delegiert und über ihre Schwester ausgelebt werde nicht aus. Sie hatte keine spezifische Frage oder Erwartung an mich, es schien genug der Kooperation, daß sie mitgekommen war.

Natascha war die angepaßtere; angepaßter an die Erwartungen der Elterngeneration. Sie wirkte frisch, gepflegt, hilfsbereit, verantwortlich, sorgend, einfach normal, wie man eben für eine Schwester fühle und sich sorgen solle. Sie war Kaufmannslehrling, ebenfalls im 2. Lehrjahr in der Landesregierung, ihre Zukunft, ihren gewünschten Lebensentwurf sah sie gut skizziert vor sich, nur die Sorge um ihre Zwillingsschwester raube ihr derzeit alle Lebensenergie. Sonst sei sie ganz normal, gehe gerne Shopping, abends gerne aus, gäbe das verdiente Geld gerne für Kosmetika, Mode und Musik aus und wolle gerne reisen.

War hier Psychotherapie gefragt, wer und was sollte therapiert werden, wer wollte therapiert werden, wer hätte denn gar die Mittel gehabt, Therapie zu bezahlen?? Alles unklar, es war eines der Tausenden Fälle, in welcher der Leidensdruck im jedenfalls vordergründig nicht Krankheitssymptomtragenden Familiensystem enorm war, aber beim sog. Indexpatienten zumindest verbal verdrängt und verleugnet wurde.

Was tun, ich konnte nicht wegschauen, hier lag eine offensichtlich recht schwere Bulimie vor, das Mädchen erbrach 3-5mal täglich. In meiner Verlegenheit machte ich den einzigen mir aussichtsreich erscheinenden Vorschlag einer zweiten Begegnung, um ein Zeitintervall zu gewinnen, in welchem vielleicht Rat oder Tat folgen würde.

Was dann nach Anlegen einer ordentlichen Ambulanzkarte mit korrekter Dokumentation folgte, war eine recht berührende, unkonventionelle Begegnung von insgesamt 7 Stunden im Zeitraum von 3 Monaten, eigentlich eine Paar- und Lösungstherapie mit dem 16 jährigen Zwillingspaar auf der Suche nach Identität, Autonomie und Gemeinschaft.

Was hat diese Vignette mit Jugendkultur zu tun?

Ich denke schon einiges. Es geht mir um die Frage des Anpassen und Anpassenmüssens unserer Berufswelt an die heutigen Erfordernisse. Zu Zeiten unserer Ausbildung gab es noch keine Handykultur, kein Internet, keine Happenings, keine Marken; gerade kamen die ersten Computer auf den Markt und waren geheimnisvolle Arbeitsinstrumente für Spezialisten aus technischen Berufen.

Die Devise der heutigen Jugend ist Spass haben, cool sein, dabei sein. Aber bei was? Wo sind die Kliggen, die Gruppen, die Gangs, in welchen sich angeblich alle Jugendliche aufhalten wollen? Viele Jugendliche verbringen die Stunden nach der Schule bis die berufstätigen Eltern nach Hause kommen auf der Straße, im Kaffeehaus, man hängt einfach rum. Das macht angeblich Spaß, oft auch ist es einfach ein Abwarten der Zeit ohne alleine dabei zu sein. Man ist in der Gruppe, zugleich entfremden sich Kids und Eltern voneinander in rasenden Tempo. Viele Kinder berichten, in den Augen ihrer Eltern nur mehr funktionieren zu sollen; Lob, Wettschätzung und Anerkennung nur mehr über Leistungen zu bekommen, nicht für einfaches „Sein" geliebt oder gelobt zu werden. Mein 13 jähriger Sohn machte sich vor kurzem lustig, wie ich den gerade den Schulweg erlernenden 6 jährlichen Jüngsten täglich lobte, weil er gerade dabei war, sich selbständig den Schulweg anzugewöhnen. „Warum lobst Du mich nicht, daß ich den Schulweg auch schaff?? Warum schaust Du mir nicht zu bei Computerspielen und bewunderst was ich da mache? Warum bewunderst Du nur den kleinen Schulanfänger und nicht uns?" Er hatte Recht. Ich stutzte, beobachtete mein Verhalten etwas kritischer und aus der Perspektive der älteren Geschwister und gab ihm völlig Recht. Seither lobe ich ihn täglich und bewundere seine Schulaufgaben, die er mir nicht zeigt und er lächelt! Was ist Kinder- und Jugendkultur?

Marketing Abteilungen größerer und kleinerer Konzerne mit kreativeren und langweiligere PR Teams und speziell gerade hier in Graz die 2003 Intendanz versucht die Jugend als Kunden von Morgen zu ködern, sie mit attraktiven Angeboten ins Opernhaus, ins Schauspielhaus, in die Stadthalle zu locken. Gelingt dies nicht, wird die Oper aussterben. Sie wird untergehen unter der Lawine der neuen Medien, denn kaum ein Jugendlicher interessiert sich für Klassik, für Bildung. Also muß gelockt und geködert werden. Für das, was die Jugendlichen selbst als ihre Kultur bezeichnen, fehlt Geld, Raum und Verständnis.

Was aber ist Jugendkultur?

Sich politisch engagieren? Sich sozial engagieren, sich ökologisch engagieren? Im Kaffeehaus sitzen und pro Besuch mindestens 5 Euro ausgeben? Täglich durch den H&M, Bipa oder Mondo ziehen und sich Sonderangebote anschauen? Eine Band haben, mit welcher man wegen der Lärmproduktion fast nie spielen darf? Am Gesundheitstrip radeln, joggen, sprinten, walken und sich in der Ideologie der Ernährungsbausteine, Vitamine und Spurenelemente semiprofessionell auskennen? Einer Fußballmannschaft angehören, die nicht Landesligameister werden wird? Reiten, Tanzen, Singen, Skaten, Surfen, Kannooing, Inlineskaten? Die Jugendkultur, sollte es sie geben, hat jedenfalls keine Lobby, keine Manager, keine Vertreter, keine Sprecher. Die Erwachsenen geben zwar zu verstehen, daß es ordentliche Arten gibt, sich durch die Pubertät zu bewegen und so solle man sein. Die Werbung zeigt all abendlich die erwünschten Produkte jugendlichen Strebens aus der Perspektive der erwachsenen Mediendesigner: schöne, strahlende, schlanke ideale Jungleute, ähnlich griechischen Göttern. Unerwünscht und ungelobt sind die schiefen Karrieren, Abgleiten, wegrutschen, verwahrlosen, ungepflegt sein, Schule abbrechen, chronisch schwänzen, Arbeitslos sein.

Hilfe ist schwer, Urteilen leicht. Abwerten sehr leicht.

Ich leite seit einem Jahr einen Kinderchor, er nennt sich „Skating Amadeus". Raum und Klavier wird uns von Theater Graz zur Verfügung gestellt. Unentgeltlich, als Realsubvention, weil der Jugendintendant es positiv findet, daß hier Kinder und Jugendliche „arbeiten". Es treffen sich meist 20 Kinder jede Woche Dienstags, der Jüngste ist 6, die Ältesten 16 Jahre alt. Es sind Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichsten sozialen Welten, ein Drittel der Kinder hat sogenannte Diagnosen, die einen oder anderen Probleme eben; darüber wird aber nicht gesprochen. Die eine Hälfte singt sehr gut, die andere Hälfte brummt. Aber sie brummen sehr gerne und kommen begeistert. Verschiedene Altersgruppen, verschiedene Herkunftswelten, verschiedene Zielsetzungen und Motive, verschiedene Wahrnehmungen und Erfahrungen. Ich versuche allen Kindern, je nach Alter und Begabungsspektrum unterschiedliche Rollen und Aufgaben zu geben, ein 12 Jähriger ist Bühnentechniker, ein anderer Requisiteur, ein Dritter Organisationsmanager. Eine Studentin aus dem ersten österreichischen Lehrgang für Theaterpädagogik unterstützt meine Bemühungen als musikalische Leiterin durch das Vorzeigen von Selbstwert-, Schauspiel-, Konzentrations-, und Vertrauens Übungen in der heterogenen Gruppe. Die Korrepetitorin ist eine 17 jährige Schülerin, die uns den Nachmittag trotz Matura Lernstress schenkt. Wir studieren 2 Werke ein, ein ganz modernes, eben komponiertes Musikal und eine Kinderfassung der Mozartschen Zauberflöte, aufgepeppt durch teils brilliante Regieideen, die von den Kindern selbst kommen. Ich lerne viel, sie lernen sicher etwas, das Einstudieren der Werke geht wie von selbst. Genauso unklar, wie die Frage nach meinem Motiv, einen Nachmittag der Woche für diese seltsame ehrenamtliche Arbeit zu investieren ist die Frage der Motivation der Kinder. Klar ist jedoch, daß es uns allen wichtig ist, daß alle ganz traurig sind, wenn der Termin einmal ausfällt und daß alle vollkommen freiwillig und gerne kommen. Ist das Kultur? Mozart würde sich sicherlich freuen, mit welcher Leichtigkeit seine Arien von so jungen Kindern erlernt werden. Es wird gerappt und alla Rockband gegrooft. Der Stoff ist altmodisch und genauso aktuell wie je. Es geht um Liebe. Männergruppen, Gangs, Wertekriege, Eifersucht, Spaß. Ist das jetzt also Kultur?

Zusammenfassung:

Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter verlangt vielleicht eine noch strengere Authentizität und „echte" Anteilnahme wie bei Erwachsenen; Empathie nur wenn echt, wenn nicht, dann lieber ehrliche Verunsicherung und offenes Fragen. Ist man nicht 100% da, kommt das Kind nicht mehr. Es fordert ganz, kompromißlos und ohne Gnade. Es gibt sich aber auch ganz, kompromißlos und ohne Gnade, seine volle Energie, sein Widerstand, seine Anteilnahme, seine Hingabe, sein Sein. Das zu teilen ist Kultur, dies mit Kindern und Jugendlichen miteinander zu erleben ist ein Stück Anteil an der Jugendkultur, die so wunderbar und so flüchtig ist, wie ein Schwarm Goldfische beim Schnorcheln im Korrallenriff!

Aktuelle Ankündigungen:

SKATING AMADEUS: Kinderchor für Kinder 6-16 Jahre, Proben jeden Dienstag von 15-16.30 Uhr Studiobühne, Treffpunkt Portierloge Opernhaus

EXODUS, Musikal, Erarbeitung und Uraufführung in der Grazer Synagoge in der Karwoche 03 im Rahmen von Minicosmos, Kulturhauptstadt Graz 2003

ZAUBERFLÖTE, nach W.A.Mozart von und für Kinder ab 4 Jahren, 10 Aufführungen ab Oktober 2003 in Kooperation mit Next Liberty, Theater Graz

HALLO KINDER: Kinder besuchen das Kinderkrankenhaus, psychologisch-pädagogische Führungen jeden Mittwoch 13.30.-15 Uhr nach Voranmeldung

MEINE, DEINE, UNSERE: Leben in der Patchworkfamilie, ein Buch von Ronny & Marguerite Dunitz-Scheer, Falter Verlag, Einladung zur Buchpräsen-tation am 30.11.02, Buchhandlung Moser mit Frau Landeshauptmann Klasnic

INFORMATION über Alles: eMail:marguerite.dunitz@klinkum-graz.at

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Erstellt am 28.2.2007 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008