A. Karwautz
Anorexia nervosa und Bulimia nervosa sind die beiden häufigsten Eßstörungen im Jugendalter. Ihre Behandlung ist traditionellerweise multidimensional und benötigt ein multiprofessionelles Team. Bulimia nervosa muß nur dann stationär behandelt werden, wenn massive Co-Morbidität vorliegt. PatientInnen mit Magersucht benötigen aber meist zumindest eine stationäre Therapiephase. Es liegen viele Berichte über stationäre Therapieprogramme vor, allerdings ist einerseits deren Beschreibung oft unzureichend, so daß sie sich einem direkten Vergleich entziehen, andererseits gibt es nur wenige Publikationen, die den Erfolg solcher Programme dokumentieren. Es scheint schwierig, den Beitrag einzelner Strategien innerhalb der multimodalen Settings für den Behandlungserfolg zu untersuchen. Im folgenden werden typische Programme der stationären Therapie vorgestellt, Evaluationsstudien zusammengefaßt, die Unterschiede der Programme für Erwachsene und Jugendliche herausgestellt und die Probleme dieses Forschungsbereichs beleuchtet. Auf die belegte Wertigkeit des Einsatzes neuerer Psychopharmaka wird eingegangen. SchlüsselwörterEßstörungen - Anorexia nervosa - Bulimia nervosa - Jugendliche Inpatient treatment of patients with eating disorders traditionally is multi-dimensional and in need of a multi-professional team. Bulimia nervosa requires inpatient treatment only in case of severe co-morbidity, whereas most patients with anorexia nervosa need at least one period of inpatient treatment. There are numerous inpatient treatment packages for anorexia nervosa, however, scientific reports on their successfulness are rare. It seems to be difficult to evaluate one or the other component used within these multidimensional packages. Typical inpatient treatment programs for adolescent anorexia nervosa and a review of the existing research on inpatient treatment for anorexia nervosa will be presented and their problems are discussed. Keywords
eating disorders - Anorexia nervosa - Bulimia nervosa - adolescents J. Ernährungsmed 2002; 4 (2):21-25
*Entspricht in Teilen einem Vortrag am First World Congress on Women's Mental Health, Berlin, März 2001 Nachdruck aus: J Neurol Neurochir Psychiatr 2001; 2 (4):33-9Aus der Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters, Wien Korrespondenzadresse:
Dr. med. Andreas Karwautz Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters Allgemeines Krankhaus Währinger Gürtel 18-20 A-1090 Wien E-Mail: andreas.karwautz@univie.ac.atHomepage: www.univie.ac.at/essstoerungen
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