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Schlafstörungen
Plötzliche Schlafstörungen bei Babys, die zuvor problemlos durchgeschlafen haben – Wo liegen die Ursachen?

Ein- und Durchschlafstörungen bei Babys und Kleinkindern sind für viele Eltern ein großes Problem. Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass es für Kinder nichts Schlimmeres gibt, als den Schutz und die elterliche Geborgenheit zu verlieren. Einschlafen bedeutet jedoch immer eine Trennung von den Eltern und in der dunklen Nacht fehlt den Kindern die Gewissheit, dass der Schutz nach wie vor gegeben ist. Deshalb sind Einschlafen und nächtliches Aufwachen für Babys und Kleinkinder häufig mit Angst verbunden. Gerade wenn das Kind um die 8 Monate alt ist, passiert es oft, dass Kinder, die problemlos durchgeschlafen haben, plötzlich wieder aufwachen. In dieser Entwicklungsstufe erweitern Babys ihren sozialen Horizont. Sie lernen zwischen ihren vertrauten Eltern und fremden Menschen zu unterscheiden ("Fremdeln"). Die Angst, die damit einhergeht – auch "Achtmonatsangst" genannt – führt nicht selten zu einer Störung des Schlafes. Meistens brauchen die Kinder nur die Versicherung, dass alles in Ordnung ist. Der Zuspruch einer vertrauten Stimme oder ein kurzes Nuckeln an der Mutterbrust genügen, um das Kind wieder einschlafen zu lassen. Es kommt aber auch häufig vor, dass die Kinder nicht wieder einschlafen wollen. Auf übermüdete und erschöpfte Eltern wirkt es vermutlich zynisch, aber die Kunst, das Kind einschlafen zu lassen, besteht darin, gelassen zu bleiben und loszulassen. Ist doch gerade in dieser Situation das Loslassen und "cool" bleiben gar nicht einfach. Das Vertrauen in die Selbstregulation des Kindes ist der Schlüssel zum Loslassen: So wie beim Essen und Trinken oder der Harnausscheidung übernimmt das Kind selbst im Laufe der Entwicklung auch über den Schlaf und das Schlafbedürfnis die Kontrolle. Die Kinder wissen selbst wann und wie viel sie schlafen müssen. Die Eltern sollten sich also nicht mit Fragen wie: "Wird das Kind ohne unsere Hilfe wieder einschlafen?" quälen, sondern dem Kind vertrauen. Zusätzlich können Einschlafrituale, die die Gegenwart der Eltern in den Schlaf hinein erhalten (Kuscheltier als Übergangsobjekt, Wiegenlied, Vorlesen), den Kleinen helfen, sich leichter von den Eltern zu trennen und ruhig einzuschlafen.

Prim.Dr.Franz Paky
LKH Vöcklabruck OÖ Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für
Kinder- und Jugendheilkunde
Erstellt am 29.4.2004 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008