Trotz regelmäßiger Therapie, leidet das Kind hin und wieder unter stärkeren Stotteranfällen. Was kann man tun?
Bei selektivem Mutismus handelt sich um eine emotionale Störung, die Kinder versagen sich das Sprechen und damit die Kommunikation und Beziehung zur Außenwelt. Häufig treten gleichzeitig Persönlichkeitsstörungen wie Sozialangst, Rückzug oder besondere Empfindsamkeit auf. Da es sich um eine psychische Störung handelt, ist sie mit psychotherapeutischen Ansätzen zu behandeln. Meine Erfahrungen mit folgendem Konzept sind durchaus positive: Das Kind sollte in einer kleinen Klasse unter-richtet werden; die enge Zusammenarbeit mit den Lehrern ist wichtig. Eine regelmäßige Psychotherapie (ein- bis zweimal pro Woche) und das Mitmachen in einer Gruppe Gleichaltriger (z.B. Grup-pentherapie, Pfadfinder, Turn-gruppe o.ä.) sind empfehlenswert. Wichtig ist auch die Arbeit mit den Eltern, die ja sehr viel Kraft aufbrin-gen müssen, um mit ihren Ängsten und Enttäuschungen umzu-gehen: Regelmäßige Psychotherapie, das Mitmachen in einer Gruppe (z.B. Freizeitgruppe, Tanzkurs, Chor o.ä.); der Mutter verschreibe ich meist eine tägliche "Schmusestunde", dem Vater mehrmals wöchentlich Aktivitäten mit dem Sohn.
OA Dr.Waldtraut Gadner Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche am Wilhelminenspital der Stadt Wien
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