Häufig stellt sich die Frage, ob in der Ernährung des Säuglings nicht Milchen anderer Tierarten verwendet werden können, z.B. wenn ein Säugling eine Allergie gegen Kuhmilch hat. Bei Säuglingen, die an einer Kuhmilcheiweißallergie leiden und nicht gestillt werden, sind stark hydrolisierte Spezialnahrungen, wie z.B. Alfare®, Nutramigen® oder Pregomin®, zu empfehlen. Diese stark hydrolisierten Nahrungen sind zwar wesentlich teurer als herkömmliche Säuglingsnahrungen, sie enthalten aber praktisch keine Eiweißstoffe, die eine Allergie auslösen können. Sojanahrungen sollen bei Kindern mit einer nachgewiesenen Kuhmilcheiweißallergie nicht verwendet werden, da etwa 25% aller Kuhmilchallergiker auch auf Sojaeiweiß allergisch reagieren!
Ziegenmilch
Der Gehalt der Nährstoffe von Ziegenmilch ist dem von Kuhmilch sehr ähnlich. Allerdings enthält Ziegenmilch im Vergleich zu Kuhmilch deutlich weniger Folsäure und Vitamin B-12. Daher besteht bei Säuglingen, die ausschließlich mit Ziegenmilch ernährt werden, das Risiko einer makrozytären hyperchromen Anämie. Unmodifizierte Ziegenmilch oder selbst hergestellte Säuglingsnahrung auf Ziegenmilchbasis ist daher als Ersatz für eine herkömmliche industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung nicht geeignet!Zur Vorbeugung oder Therapie von Allergien gegen Kuhmilch kann Ziegenmilch ebenfalls nicht verwendet werden, da die Proteinbestandteile denen in Kuhmilch sehr ähnlich sind. Säuglinge mit einer Kuhmilchallergie reagieren zu einem hohen Prozentsatz auch auf Ziegenmilch allergisch.
Schafmilch
Schafmilch hat gegenüber von Frauenmilch und Kuhmilch einen wesentlich höheren Energie-, Eiweiß-, Fett- und Mineralstoffgehalt. Eiweißbestandteile sind ebenso wie die der Ziegenmilch und der Kuhmilch sehr ähnlich und eignen sich somit nicht für eine Allergievorbeugung oder Behandlung von Kuhmilchallergien.
Stutenmilch
Stutenmilch kann für Säuglinge im Einzelfall sinnvoll sein. Der niedrige Energiegehalt muss allerdings durch einen Zusatz von 2,5%igem Keimöl ausgeglichen werden. Eine kurze Haltbarkeit, schwierige Beschaffung und der hohe Preis erschweren allerdings eine allgemeine Verwendung. Auch hier besteht " wie bei der Kuhmilch " das Risiko einer raschen Allergieentwicklung. Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist die Zusammensetzung der Stutenmilch, der Muttermilch allerdings ähnlicher als andere Tiermilchen.
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