Im österreichischen Impfplan ist u.a. die Impfung aller Säuglinge und Kleinkinder gegen die folgenden sechs Krankheiten empfohlen: Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Poliomyelitis), Haemophilus influenzae Typ B (HIB) und Hepatitis B. Dafür steht zur Zeit in Österreich der Sechsfachimpfstoff Infanrix hexaâ als Kombinationsimpfstoff zur Verfügung. Insgesamt enthält der Impfstoff 10 Antigene, weil die Pertussiskomponente und die Polio-Komponente jeweils aus drei Antigenen bestehen. Das Ziel eines Kombinationsimpfstoffes ist, mit möglichst wenig Injektionen auszukommen. Die Impfungen sollen als Grundimmunisierung im 3. Lebensmonat begonnen werden, wobei die weiteren Dosen am besten im 5. und 7. Lebensmonat und eine 4. Dosis im 2. Lebensjahr verabreicht werden. Die Impfungen erfolgen als intramuskuläre Injektion in die Außenseite des Oberschenkels. Für die Impfungen sollte das Kind gesund sein; diesbezüglich wird der Arzt das Kind auch vor der Impfung untersuchen. Leichte banale Erkrankungen stellen keinen Grund für die Unterlassung der Impfung dar, wenn ein Abwarten bis zur Gesundung des Kindes die Durchführung der Impfung sonst unmöglich machen würde. Die gleichzeitige Verabreichung anderer für diese Altersgruppe empfohlener Impfungen ist möglich. Die Impfung bewirkt eine immunologische Reaktion des Organismus, welche sich bei manchen Kindern als Fieberreaktion am Tag der Impfung oder am nächsten Tag auswirken kann. Hohes Fieber über 39,5°C wurde bei weniger als 2% der Impflinge beobachtet und sollte mit einem altersgemäßen Fiebermittel behandelt werden. Weitere häufigere Nebenwirkungen sind Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Impfstelle, wofür die Fiebermittel als Schmerzmittel ebenso wirksam sind. Allgemeinreaktionen wie Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Unruhe oder vermehrtes Schreien können vorkommen. Allergische Reaktionen mit Hautausschlag oder Schockzuständen sind extrem selten. Ein Erfolg d.h. wirksamer Schutz kann erst nach den ersten drei Dosen angenommen und nachgewiesen werden. Nach vier Dosen liegt die Schutzrate gegen Diphtherie und Tetanus nahe 100%, gegen die anderen Erkrankungen zwischen 93,5% und 100%, im Mittel bei 98,8%. Durch das Impfprogramm für Säuglinge in den letzten Jahrzehnten sind bei ausreichender Durchimpfung der Säuglinge die zu verhütenden Krankheiten weitgehend verschwunden und auch in der Bevölkerung nicht mehr wirklich bekannt. Trotzdem ist es wichtig, jedes einzelne Kind vor den meist schwerwiegenden Krankheiten auch in Zukunft ausreichend zu schützen. Die Impfung mit Infanrix hexa wurde bisher millionenfach erfolgreich angewendet.
Prim.Univ.-Prof.Ingomar Mutz
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