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Pneumokokkenimpfung für Säuglinge
Soll man auch Säuglinge gegen Pneumokokken impfen lassen?
Die Pneumokokken-Bakterien sind die häufigsten bakteriellen Erreger von Lungenentzündungen (= Pneumonien, daher der Name Pneumokokken). Jährlich müssen rd. 18.000 Österreicher deshalb im Spital behandelt werden (ca. 1.200 versterben pro Jahr). Selbst mit modernen Antibiotika ist die Erkrankung nur sehr schwer zu behandeln. Gerade Säuglinge sind durch Pneumokokken-Infektionen besonders gefährdet: Sie erkranken nicht nur an Lungen- und Mittelohrentzündung, sondern auch an eitriger Hirnhautentzündung und Blutvergiftung (Sepsis). Der sonst so wirksame Pneumokokken-Impfstoff wirkt bei Säuglingen nicht, weil das Immunsystem noch zu unreif ist. Durch eine exzellente Erfindung jedoch – es gelang Bakterienbruchstücke an einen Träger zu binden („konjugieren") – gibt es heute auch für Säuglinge einen wirksamen und verträglichen Impfstoff, der ab dem 3. Lebensmonat verabreicht werden kann. Oberstes Ziel ist es, durch die konsequente Impfung der Säuglinge die Pneumokokken-Bakterien auszurotten (positives Beispiel: durch die Hib-Impfung wurden zahlreiche durch das Bakterium Haemophilus-influenzae verursachte Erkrankungen eliminiert). Trotzdem müssen sich auch alle Senioren und chronisch Kranken (unabhängig vom Alter) wie bisher impfen lassen – zum Selbstschutz und um neugeborene Kinder nicht anzustecken. (Mehr Informationen zur Gesundheitsvorsorge unter: www.grueneskreuz.at).

Univ.-Prof.DDr.Ernst Gottfried Huber
Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde Salzburg
Präsident des Österreichischen Grünen Kreuzes, Vereinigung für Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsaufklärung
Erstellt am 24.4.2004 | Zuletzt bearbeitet am 16.5.2009