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Prävention von Kinderunfällen - Kinderunfälle in Österreich
GSK In Österreich ereignen sich jährlich insgesamt über 800.000 Unfälle (2002: 831.000), die einer ärztlichen, ambulanten oder stationären Behandlung bedürfen; mehr als ein Viertel davon betrifft Kinder unter 14 Jahren (2002: 173.000 Kinderunfälle). Dazu kommen rund 2.600 tödlich Verletzte, wovon etwa 50 Kinder betroffen sind (2002: 50 tödlich verunglückte Kinder).

Unfälle bei Kindern sind im Schnitt bei Knaben doppelt so oft zu beobachten wie bei Mädchen. Daneben gibt es aber auch gewisse Tätigkeiten und Sportarten, die beinahe zu 90-100 % geschlechtsspezifisch einzuordnen sind. So findet sich bei Unfallopfern im Eishockey der geschlechtliche Schwerpunkt  bei den Burschen, beim Reiten hingegen bei den Mädchen.

1.1 Nicht tödliche Kinderunfälle

Die Unfallstatistik zeigt, dass Kinder bis 14 Jahre die meisten nicht tödlichen Unfälle während ihrer Freizeit, zu Hause und beim Sport erleiden (114.000 oder rund 66 %). Davon wiederum weist die engste Wohnumgebung des Kindes mit Haus, Wohnung, Garten mit 42 % die meisten Unfälle auf. Auf die Schule entfallen mit 54.845 (AUVA-Statistik 2002) rund 31,7 % der Gesamtunfälle. Der Verkehr weist mit 4.048 verletzten Kindern oder 2,3 % (KfV Unfallstatistik 2002) bei den nicht tödlichen Unfällen nur einen sehr geringen Anteil auf.

1.2 Tödliche Kinderunfälle

Die tödlichen Unfälle bei Kindern bis 14 Jahre teilen sich fast zu gleichen Teilen in die Bereiche Heim, Freizeit, Sport (50 %) und Verkehr mit 50 %.

Im Vergleich zu den nicht tödlichen Unfällen, wo sich der Verkehr nur mit     2,3 % in der Statistik niederschlägt, weist dieser Bereich bei den tödlichen Unfällen 50 % auf. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass bei einem Verkehrsunfall sehr große Kräfte und Geschwindigkeiten auf den Körper des Kindes einwirken. Der Arbeitsplatz der Kinder, nämlich die Schule, hat einen Anteil von 12 %, wobei auch Verkehrsunfälle am Schulweg berücksichtigt sind.

Betrachtet man die tödlichen Kinderunfälle differenziert nach Alter und Unfallart, so zeigt sich, dass die ersten vier Lebensjahre äußerst unfallträchtig sind. Neben Unfällen im Verkehr (hier besonders als PKW-Mitfahrer) sind tödliche Unfallfolgen vor allem in Zusammenhang mit "Wasser" sehr häufig.

1.3 Todesursachen im Bezug auf Krankheiten

Eine genaue Betrachtung der Todesursachenrate bezogen auf 100.000 Lebende macht deutlich, dass in allen Altersgruppen bis ins 5. Lebensjahrzehnt der Unfall die dominierende Todesursache darstellt. Bereits beim Säugling im ersten Lebensjahr ist der Unfall nebst Erkrankungen der Atemwege relativ häufig für einen tödlichen Krankheitsverlauf verantwortlich. Vom ersten Lebensjahr bis zum 5. Lebensjahrzehnt ist der Unfall sogar für jeden zweiten Todesfall verantwortlich.

In Österreich ergibt sich aufgrund dieser Unfälle alljährlich ein gesamtwirtschaftlicher Schaden in der Höhe von rund 15 Mrd. Euro. Dieser große Betrag setzt sich aus Kosten für entfallene Produktionsbeiträge, Rettungseinsätze, medizinische Behandlung, Krankenstände und Sachschäden zusammen.

Erstellt am 5.9.2004 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008