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Prävention von Kinderunfällen 07. bis 09. Monat
Kindersitz 0 Untersuchungszeitraum 07. bis 09. Monat

Beratungsschwerpunkte


  • Mitfahren im Auto - der Kindersitz für die Kleinsten / ECE Klasse 0+
  • Wickeltisch
  • Wippe
  • Aspiration
  • Hochstuhl
  • Lauflernwagerl
  • Verbrennen/Verbrühen: heiße Flüssigkeiten, Mikrowelle, Herd

Mitfahren im Auto - der Kindersitz für die Kleinsten / ECE Klasse 0+

Autokindersitz







www.autokindersitz.at

Fakten

Jedes zweite durch einen Unfall getötete Kind stirbt im Straßenverkehr.

In Österreich verunglücken seit Jahren die meisten Kinder im Straßenverkehr als Mitfahrer im Auto.

Zählungen belegen, dass im Durchschnitt nur rund 70 % aller Kinder unter 14 Jahren im Auto überhaupt gesichert sind. Davon aber ist mehr als die Hälfte der Kinder nicht richtig angeschnallt. Das heißt, dass nur 7 von 10 Kindern im (zumeist elterlichen) Auto gesichert sind, aber nur 3 von 10 Kindern auch richtig gesichert sind.

Bei einem Anprall mit 50 km/h gegen ein festes Hindernis wirken auf jeden Körper Belastungen, die in etwa dem 30-fachen Körpergewicht entsprechen. Somit wird das kleine, nur 10 kg schwere Baby plötzlich zum Schwergwicht von 300 kg. Diese Wucht könnte man auch mit einem Aufprall aus dem 3. Stock auf Asphalt vergleichen. Kein Elternteil ist somit in der Lage, sein Baby mit den Händen festzuhalten.

Die Babyliegeschalen ermöglichen den Transport in einer halbliegenden Position. Diese dürfen nur gegen die Fahrtrichtung mit dem fahrzeugeigenen Dreipunktgurt befestigt werden. Diese Transportlage ermöglicht, dass der Kopf des Babies beim Abbremsen und natürlich auch bei einem Unfall durch die Sitzschale abgestützt wird. Somit wird die Halswirbelsäule zusätzlich geschützt.


Tipps


  • Montage gegen die Fahrtrichtung.
  • Bei einem aktiven Frontairbag am Beifahrersitz darf dieser Kindersitz nicht vorne verwendet werden. Der Sitz soll nicht als Tragtaschenersatz dienen - Verwendung des Kinderwagens.
  • Schlafende Babies nie alleine im Auto lassen. Gefahr der Unterkühlung bzw. des Hitzeschocks.
  • Die Babyliegeschale ist dann zu klein, wenn sich der Scheitel des Babies am oberen Schalenrand befindet.
  • Im Auto ist die zweite Sitzreihe die sicherste.
  • Es gibt in den Bundesländern auch einen Verleih der Klasse 0+-Sitze. Nachfrage bei den Autofahrerklubs oder direkt im Krankenhaus.

WickeltischWickeltisch


Fakten
Im ersten Lebensjahr ist der Sturz vom Wickeltisch eine der dominierenden Unfallursachen und stellt häufig den ersten Unfall im Leben eines Kindes dar. Durch die Größenrelation des kindlichen Kopfes zum Körper sind Kopfverletzungen sehr oft die Folge.

Ein Häufigkeitsgipfel zeigt sich im ersten Lebensjahr. Betrachtet man die Verletzungsmuster, so sind Kopfverletzungen federführend. Dies ist auf die motorische Entwicklung der Kinder sowie auf die kindlichen Körperproportionen zurückzuführen. Kinder sind im ersten Lebensjahr, motorisch gesehen, noch nicht in der Lage, den Sturz auf den Kopf durch eine Abwehrreaktion der Arme zu verhindern oder den Aufprall zu vermindern und fallen deshalb ungeschützt kopfüber auf den in der Regel sehr harten Boden. Dieser Sturz geht bei jedem 5. Patienten mit einer Schädelfraktur einher.

In der Mehrzahl der Fälle ist ein Elternteil beim Unfall anwesend. Dennoch drehen sich viele Kinder überraschend unter den Händen der wickelnden Person weg, so dass diese den Sturz nicht immer verhindern kann. Unterstützt wird dies durch die Nässe des Kindes nach dem Baden oder der verminderten Griffsicherheit der wickelnden Person nach dem Einölen/Eincremen des Kindes. Die meisten Kinder stürzen oft bei mangelnder Erhöhung der Wickeltischseitenteile über das Fußende oder die Wickeltischseite.


Tipps


  • Verwenden Sie nur Wickeltische bzw. -auflagen mit hochgezogenen Wülsten auf der Seite und beim Kopf. Wenn Sie den Wickeltisch in eine Raumecke stellen, so sind bereits zwei Seiten entschärft.
  • Vor dem Wickeln alles bereitlegen.
  • Im Falle eines Entfernens Kind mitnehmen oder auf den Boden legen.
  • Ist das Kind sehr unruhig oder schon sehr groß und kräftig, nur mehr am Boden wickeln.
  • Unterschätzen Sie die Kraft des Kindes nie. Es kann sich leicht unter einer festhaltenden Hand herausdrehen. Vor allem nach dem Baden und Eincremen können Sie das Kind kaum festhalten.

WippeWippe



Fakten
Derselbe Unfallmechanismus wie für den Wickeltisch gilt auch für die Kinderwippe: Stürze auf den Boden. Die dabei am häufigsten beobachteten Verletzungen sind Schädelbrüche und Schädel-Hirn-Verletzungen, weil der Säugling ohne Abfangbewegung auf einen meist harten Untergrund stürzt und mit dem Kopf aufschlägt.

Wird die Wippe auf einen Tisch gestellt, so ist zu bedenken, dass die Wippe durch die Bauweise infolge von Schwingbewegungen wandert und mit dem Kind herabstürzen kann. Wippen sollen am Boden stehen und das Gurtsystem soll verwendet werden. Andernfalls kann das Kind beim Weitertragen ebenfalls herausrutschen.


Tipps


  • Wippen nur auf den Boden stellen
  • Gurtsystem verwenden

AspirationAspiration


Fakten
Das normale Erlernen und Erforschen der Umwelt beginnt damit, dass der Säugling alle für ihn erreichbaren Gegenstände in den Mund nimmt. Sind die Gegenstände klein, so kann es zum Verschlucken oder zur Aspiration kommen. Fremdkörper in der Luftröhre können zum raschen Erstickungstod führen.

Am häufigsten werden von Kindern Nahrungsmittel aspiriert, weil diese sehr oft nur unzureichend von den Zähnen zermahlen werden können. Innerhalb der Nahrungsmittel sind zwei von drei aspirierten Dingen Erdnüsse - somit ergibt sich ein jahreszeitliches Hoch um die Nikolauszeit.

Daneben werden natürlich alle Dinge aspiriert, die in der Wohnung herumliegen können: Plastikteile - vor allem von Spielzeug, Büromaterialien und Schmuck.


Tipps


  • Je kleiner das Kind, desto größer soll das Spielzeug sein.
  • Schokolade mit Grobnuss vermeiden.
  • Süßigkeiten und Lebensmittel mit groben Inhaltsstoffen vermeiden.
  • Aufkleber am Spielzeug auf Ablösung hin kontrollieren.
  • Nähte, Augen, Nasen etc. bei Stofftieren auf Festigkeit kontrollieren.

HochstuhlHochstuhl


Fakten
Hochstühle werden von Eltern sehr gerne verwendet (Verwendungsrate bis zu 92 %), um einerseits das Füttern ihres Kindes zu erleichtern und um andererseits dem Kind eine Teilnahme beim Essen zu ermöglichen. Diese Stühle werden durchschnittlich zwischen dem achten Lebensmonat und bis zu zweieinhalb Jahren verwendet. Im Schnitt beträgt die Unfallrate 6 % aller Kinder, die einen Hochstuhl verwenden.

Jeder zweite Hochstuhlunfall passiert dadurch, dass sich Kinder im Stuhl aufrichten und aufstehen und über die Lehnen stürzen. Dies bedeutet auch, dass im Verletzungsgut die Kopfverletzungen mit über 82 % dominieren. Ursache dafür ist, dass Eltern von den Entwicklungsfortschritten ihrer Kinder überrascht werden und nicht rechtzeitig werkseitig montierte Gurte beim Sitzen verwenden bzw. diese nicht nachrüsten. Man findet mehr als jeden 5. Hochstuhl mit Gurten ausgerüstet.

Eine weitere Gefahr besteht darin, dass sich die Kinder mit den Füßen vom Rand der Tischplatte abstoßen und mit dem Stuhl umfallen, wenn der Hochstuhl nicht unter dem Tich geschoben werden kann.

Bei mitwachsenden Stühlen, bei denen die Sitzplatte und der Spiel/Esstisch verstellbar sind, besteht die Gefahr darin, dass die Teile nicht richtig fixiert sind und mit dem Kind herunterstürzen können.


Tipps


  • Wichtig ist die Verwendung von Gurtsystemen, die ein Aufstehen des Kindes verhindern.
  • Obacht soll auf entsprechend hohe Arm- und Rückenlehnen gegeben werden, um Abstürze zu verhindern.
  • Der Hochstuhl soll unter die Tischplatte geschoben werden können, damit sich das Kind nicht mit seinen Füßen vom Tisch abstoßen kann.

Lauflernwagerl


Fakten
Das Lauflernwagerl/Gehfrei-System wird sehr gerne für Kinder mit dem Gedanken gekauft, dass sie sich in der Wohnung leichter bewegen können, oder gar, dass sie damit früher laufen lernen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Eine Auswirkung auf den Gehapparat zeigt sich eher im negativen Sinne. Ebenso erreicht das Kind mit einem solchen Gerät äußerst hohe Geschwindigkeiten, die es nicht abfangen kann. Weiters kann ein solches Gerät bereits bei kleinsten Bodenstufen umstürzen und das Kind fällt in den meisten Fällen mit dem Kopf am Boden auf. Bei Stufen und Treppen hat das Kind überhaupt keine Chance, das Lauflernwagerl rechtzeitig abzustoppen. Hinzu kommt noch, dass ein Kind mit einem solchen Gefährt nicht erkennen bzw. abschätzen kann, wann es mit seinen Rädern über einen Rand hinausragt.

Die Unfallursache ist bei 81 % der Kinder ein Sturz über eine Treppe oder über einzelne Stufen. In 16 % der Fälle kommt es zum Umkippen des Gehfrei-Gerätes in der Wohnung, bedingt durch Bodenunebenheiten oder am Boden liegende Gegenstände.

Die Verletzungen betreffen zu 98 % den im Gehfrei-Gerät ungeschützten Kopf des Kindes.


Tipp


  • Zur Vermeidung von Verletzungen im Zusammenhang mit Lauflernwagerln ist es nur sinnvoll, diese Geräte generell nicht zu verwenden.

VerbrennungenVerbrennen/Verbrühen: Heiße Flüssigkeiten, Mikrowelle, Herd


Fakten
Der größte Prozentsatz der Unfälle in diesem Bereich ereignet sich in der Altersgruppe der "bis 2jährigen" (58 %), gefolgt von den 3-5jährigen Kindern (16 %). Während bei kleineren Kindern die Unfälle bei der Erforschung der häuslichen Umwelt  (Gefäße mit heißen Flüssigkeiten zu sich ziehen, etwas Heißes angreifen) passieren, verletzten sich größere Kinder beim Kochen oder Hantieren mit Feuerwerkskörpern oder offenem Feuer.

Kleinkinder wollen ihre Umwelt erforschen, er- und angreifen, um zu begreifen; sie bewegen sich blitzschnell und wissen nicht, was gefährlich ist und was nicht. Sie wachsen sehr schnell, und oft wird von den Eltern nicht rechtzeitig realisiert, dass Dinge, die "gestern" noch nicht möglich waren, "heute" schon mit Leichtigkeit gemacht werden.

Hinzu kommt noch eine extrem dünne Haut, die viel schneller als die von Erwachsenen verbrannt wird. So bewirkt eine Einwirkung von 65 °C heißem Wasser für die Dauer einer halben Sekkunde bei einem Kind unter 2 Jahren eine drittgradige Verbrennung.

Beim Verletzten hinterlassen tiefere Verbrennungen/Verbrühungen physische und meistens auch psychische Narben.

Betrachtet man die Geschlechterverteilung bei diesen Unfällen, so sind die Knaben mit 62 % gegenüber den Mädchen mit 38 % beinahe doppelt so oft betroffen.

Das Unfallmuster verteilt sich zu 2/3 auf Verbrühungen im Haushalt, gefolgt von Kontaktverbrennungen (18 %) und Verbrennungen (13 %). Bei Verbrühungen unter 4 Jahren sind Tätigkeiten in Zusammenhang mit Kochen bzw. in der Küche mit 47 % die häufigste Unfallursache. An zweiter Stelle liegen Unfälle mit Kaffee/Tee, wobei diese Flüssigkeiten während des Trinkens durch Anstoßen, Verschütten und Ähnlichem über das Kind gegossen werden.


Tipps


  • Montieren Sie ein Herzschutzgitter.
  • Heiße Getränke nicht trinken, wenn man ein Kind in den Armen hält. Plötzliche Bewegungen des Kindes können zum Anstoßen an der Hand führen und die Tasse entleert sich über dem Kind.
  • Verwenden Sie eine Mischbatterie im Bad.
  • Bei einem ausreichend großen Fassungsvermögen ihres Warmwasserboiler ist es nicht notwendig, Warmwasser über 60° Grad aufzuheizen.
  • Zündhölzer, Feuerzeuge u.ä. außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
  • Dem Kind den richtigen Umgang mit Streichhölzern zeigen und die Gefahren erklären.
  • Montage eines Rauchmelders in der Küche, im Gang vor den Schlafräumen bzw. in den Schlafräumen.


GSK

Erstellt am 5.9.2004 | Zuletzt bearbeitet am 23.3.2008