
Zur Entwicklung von sicherheitsorientierten Verhaltensweisen benötigen Kinder eine Reihe von psychomotorischen Fähigkeiten, die sich erst im Laufe der Kindheit vollständig entwickeln. Der Weg zu einem sicherheitsorientierten Verhalten kann mit drei großen Schritten umschrieben werden: 1. Schritt:
Das Gefahrenbewusstsein. Es ist erst ab ca. 6 Jahren vorhanden. Das Kind kann dann die Situation "Jetzt bin ich in Gefahr" bzw. "Jetzt bin ich in Sicherheit" wahrnehmen. 2. Schritt:
Das antizipierende Gefahrenbewusstsein. Es entwickelt sich ungefähr ab 8 Jahren. Nun können Kinder in einer Vorausschau erkennen, dass sie sich bei einer bestimmten Tätigkeit in eine Gefahr begeben. 3. Schritt:
Das Verständnis für die Präventionsmaßnahmen. Es tritt im Alter von 9-10 Jahren auf. Der Gedankengang "Wie kann ich eine Gefahr vermeiden?" ist erst ab 12 Jahren vollständig möglich. Gefahren können nur erkannt werden, wenn man sich auf die gefährliche Situation konzentriert, d.h. "aufmerksam sein" und "sich konzentrieren" sind wesentliche Determinaten des sicherheitsorientierten Verhaltens. "Abgelenkt sein" ist eine der häufigsten Ursachen von Unfällen im Kindesalter. Man kann festhalten, dass Kinder frühestens ab ca. 8 Jahren zu einigermaßen zuverlässigen sicherheitsorientierten Verhaltensweisen in der Lage sind, wobei große individuelle Schwankungen mitberücksichtigt werden müssen. In Ablenkungssituationen zeigen aber auch noch ältere Kinder risikoreiche Verhaltensweisen.
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