Frage: Was sind die häufigsten Unfälle im Haushalt und wie kann man speziell Kleinkinder davor schützen?
Antwort: Unfälle sind nach den Infektionskrankheiten die häufigste "Krankheitsursache" und mit knapp 60% bei weitem die häufigste Todesursache im Kindesalter. Zwei von drei Kinderunfällen passieren im Haushalt. Die meisten könnten durch Schutzmaßnahmen vermieden werden. Der gefürchtete Sturz vom Wickeltisch z.B. kommt für viele deshalb so unerwartet, weil man glaubt, dass sich der kleine Säugling noch nicht richtig bewegen kann. Gefährlich ist es auch, wenn das Baby am Arm plötzlich in die heiße Kaffeetasse tappt und sich schwere Verbrühungen zuzieht. Wenn die Kleinen zu gehen beginnen, kommen weitere Gefahren hinzu: Kleine Metallgegenstände werden in Steckdosen geführt, Putzmittel aus dem Kästchen unter der Spüle hervorgeholt und verkostet, Medikamente im Nachtkästchen für Süßigkeiten gehalten. Das heiße und "leuchtende" Backrohr scheint überhaupt eine magische Anziehungskraft zu haben. Schließlich wird der Sessel zum Fenster geschoben, blitzschnell hinaufgeklettert, das Fenster geöffnet und ... Wirkungsvolle Schutzmaßnahmen sind z.B. Steckdosenabdeckungen, Herdschutzgitter, Sicherungen für Kästchen, Fenster und Stiegen etc. Am besten ist aber immer noch das wachsame Auge und eine fast übertriebene Vorsicht der Eltern bzw. Betreuer. Das Österreichische Komitee für Unfallverhütung ("Große schützen Kleine") steht gerne mit Rat zur Seite.
o.Univ.-Prof.Dr.Michael E. Höllwarth Vorstand der Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde
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